Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz macht Ernst beim Ausbau der Offshore-Windkraft. Davon profitiert Siemens Energy massiv. Ein Konsortium rund um den Konzern sichert sich ein Großprojekt in der Nordsee. Das sorgt an der Börse für spürbaren Rückenwind.

Milliardenprojekt an der Küste

Im Zentrum steht der „North Sea Connector 2“. Siemens Energy baut dafür gemeinsam mit dem Partner NSORe neue Konverterplattformen im 2-Gigawatt-Standard. Die Fertigung bleibt überwiegend in Deutschland. Die Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde übernimmt einen Großteil der Arbeiten.

Die Offshore-Plattform entsteht rund 200 Kilometer westlich von Sylt. Dazu kommt eine Landstation nahe Schwerin. Das Projekt schafft langfristig über 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Auftragsvolumen könnte bald weiter wachsen. Der Grund: Aktuell laufen Verhandlungen über ein zweites System. Kommt es zum Abschluss, winkt ein Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Die erste Anlage geht voraussichtlich Ende 2034 ans Netz.

KI-Boom ohne Klumpenrisiko

Abseits der Windkraft liefert Siemens Energy wichtige Infrastruktur für Rechenzentren. Der weltweite KI-Boom treibt den Strombedarf rasant in die Höhe. Der CEO wies nun Sorgen zurück, der Konzern mache sich zu abhängig vom Technologiesektor. Die breite Aufstellung schütze vor einem solchen Risiko.

Analysten teilen diesen Optimismus. Einige Experten trauen dem Papier einen Anstieg auf bis zu 250 Euro zu. Das wäre ein massiver Aufschlag zum bisherigen Jahreshoch.

Starker Lauf an der Börse

Anleger quittieren die Nachrichtenlage mit Käufen. Am Mittwoch klettert das Papier um 1,36 Prozent auf 157,62 Euro. Damit setzt sich eine steile Rallye fort. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von gut 14 Prozent auf der Kurstafel.

Der übergeordnete Trend zeigt klar nach oben. Der Kurs notiert komfortable 14,5 Prozent über der wichtigen 200-Tage-Linie. Hält die positive Dynamik an, rückt das im April markierte 52-Wochen-Hoch von gut 195 Euro wieder in greifbare Nähe.