Bitcoin steckt zum Monatsende in einem selten klaren Spannungsfeld. Die USA bauen die Kryptowährung als strategische Reserve aus. Gleichzeitig kippt die Marktstimmung, und der Kurs hat deutlich an Boden verloren.
Washington macht ernst
Das Weiße Haus hat am 31. Mai bestätigt, dass die USA 328.372 Bitcoin halten. Der Bestand entspricht rund 24,6 Milliarden US-Dollar. Laut dem White House Council on Digital Assets soll diese Reserve dauerhaft gesichert werden.
Weitere Käufe sollen budgetneutral über bereits beschlagnahmte Krypto-Vermögenswerte laufen. Ein Gesetzentwurf namens ARMA soll das Konstrukt zusätzlich gesetzlich absichern. Im Raum steht damit ein Schritt, der Bitcoin politisch stärker verankern könnte als viele andere digitale Assets.
Hinzu kommt: US-Behörden haben im Zuge geopolitischer Maßnahmen Kryptowährungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar beschlagnahmt. Das liefert dem Staat zusätzliche Munition für künftige Reserve-Zuflüsse.
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Euphorie und Abflüsse
Im Netz ist die Stimmung auffällig bullisch. Das Verhältnis bullischer zu bärischer Kommentare lag am 31. Mai laut Santiment bei 2,23 zu 1. Das war der höchste Wert des Jahres.
Gerade das macht den Markt nervös. Extreme Euphorie hat in der Vergangenheit oft auf eine überhitzte Phase hingedeutet. Dazu passt der Crypto Fear & Greed Index von 23 Punkten. Das Signal lautet klar: Extreme Angst.
Parallel dazu ziehen Anleger Geld aus den Spot-Bitcoin-ETFs ab. Bis zum 31. Mai gab es zehn Handelstage in Folge mit Abflüssen. Seit dem 15. Mai summierten sie sich auf mehr als 2,97 Milliarden US-Dollar.
Kursbild bleibt schwach
Auch der Marktpreis erzählt gerade keine starke Geschichte. Bitcoin kostet aktuell 73.539,84 US-Dollar. Auf Sicht von sieben Tagen liegt das Minus bei 5,17 Prozent, seit Jahresbeginn sogar bei 17,12 Prozent.
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Der Abstand zum Rekordhoch von 124.773,51 US-Dollar aus dem Oktober 2025 beträgt inzwischen gut 41 Prozent. Über den 200-Tage-Durchschnitt kommt der Kurs auch nicht zurück. Mit 72.967,90 US-Dollar liegt diese Marke knapp unter dem aktuellen Niveau, der 50-Tage-Durchschnitt bei 77.175,37 US-Dollar bleibt ebenfalls eine Hürde.
Markt verliert Gewicht
Die Marktkapitalisierung von Bitcoin ist unter 1,5 Billionen US-Dollar gefallen. Damit ist die größte Kryptowährung erstmals seit mehr als einem Jahr aus den zehn wertvollsten Vermögenswerten weltweit herausgerutscht. Die Rotation in andere Anlageklassen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Kapital fließt derzeit vor allem in KI-geprägte Technologieaktien und in Gold. Bitcoin verliert damit nicht nur Momentum, sondern auch relative Marktstärke. Der RSI bei 48,5 zeigt immerhin keine ausgeprägte Überverkauftheit. Das spricht eher für eine Abkühlung als für Panik.
Regulierer öffnen die Tür für Perpetuals
Für den Derivatemarkt gab es zuletzt einen wichtigen Schritt. Die CFTC hat am 29. Mai erstmals Bitcoin-Perpetual-Futures an einer regulierten Börse genehmigt. Das Angebot von KalshiEX mit dem Kürzel BTCPERP darf damit ohne Ablaufdatum gehandelt werden.
Für die Marktstruktur ist das relevant. Solche Kontrakte können die Liquidität erhöhen und den Handel transparenter machen. Kurzfristig hat das den Kurs aber kaum gestützt. Die breitere Risk-off-Stimmung überlagert den regulatorischen Rückenwind bislang klar.
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