Ein Friedenssignal aus Washington, ein neues BlackRock-Produkt und die erste Zinsentscheidung unter dem neuen Fed-Chef — Bitcoin erlebt einen ungewöhnlich ereignisreichen Dienstag.
Geopolitisches Aufatmen treibt Kurs
Am Montag kletterte Bitcoin auf rund 67.250 Dollar. Auslöser war die Ankündigung der US-Regierung, eine vorläufige Friedensvereinbarung mit dem Iran getroffen zu haben. Die Straße von Hormus soll sofort wieder geöffnet werden. Das löste eine deutliche Risikobereitschaft an den Märkten aus.
Im Zuge der Erholung wurden zwischen 150 und 198 Millionen Dollar an Short-Positionen liquidiert. Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung stieg auf über 2,35 Billionen Dollar. Brent-Rohöl fiel dagegen um rund 4 Prozent auf etwa 83 Dollar je Barrel. Die formelle Unterzeichnung des Abkommens ist für den 19. Juni in der Schweiz geplant.
Aktuell notiert Bitcoin bei 65.680 Dollar — ein Rückgang von gut einem Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Plus von rund 4 Prozent, auf Jahressicht liegt der Verlust bei fast 26 Prozent.
BlackRock startet Covered-Call-ETF
Heute nimmt der iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA) den Handel an der Nasdaq auf. Das Produkt setzt auf eine Covered-Call-Strategie, die auf dem bestehenden IBIT-Bitcoin-ETF basiert. BlackRock verspricht eine jährliche Rendite zwischen 15 und 25 Prozent.
Der Haken: Das Aufwärtspotenzial ist auf etwa 70 Prozent der Bitcoin-Kurssteigerung begrenzt. Die Verwaltungsgebühr liegt bei 0,65 Prozent. BlackRock reichte die Registrierungsunterlagen bereits am 11. Juni ein — und verschafft sich damit einen Vorsprung gegenüber einem ähnlichen Goldman-Sachs-Produkt, das für Juli erwartet wird.
Strategy kauft nach — mit Verlust im Gepäck
Strategy hat zwischen dem 8. und 14. Juni weitere 1.587 Bitcoin erworben. Der Kaufpreis lag im Schnitt bei 63.024 Dollar je Coin, das Gesamtvolumen bei rund 100 Millionen Dollar. Finanziert wurde der Kauf über die Ausgabe von gut 1,7 Millionen Aktien der Klasse A, die netto 209 Millionen Dollar einbrachten.
Die Gesamtbestände des Unternehmens wachsen damit auf 846.842 BTC. Allerdings liegt der durchschnittliche Einstandspreis aller Käufe bei 75.656 Dollar — deutlich über dem aktuellen Marktniveau. Das Unternehmen sitzt damit auf einem erheblichen Buchverlust.
Erster großer Test für Fed-Chef Warsh
Parallel läuft seit heute die zweitägige FOMC-Sitzung. Es ist das erste bedeutende geldpolitische Treffen unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der sein Amt am 22. Mai antrat. Ökonomen erwarten mehrheitlich, dass die Fed den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt.
Spannender als die Entscheidung selbst dürfte Warshs erste Pressekonferenz am Mittwoch werden. Märkte suchen nach Hinweisen auf seinen Kommunikationsstil und die künftige Zinspolitik. Jede Verschiebung der Erwartungen könnte die Liquidität in Risikomärkten — und damit auch Bitcoin — direkt beeinflussen.
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