Am Kryptomarkt ist eine dreiwöchige Serie von Nettozuflüssen gerissen. Bei den US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs dominierten in der vergangenen Handelswoche spürbare Kapitalabzüge das Geschehen, während sich die Notierung der ältesten Kryptowährung zu Wochenbeginn stabilisiert. Am heutigen Montag notiert Bitcoin bei 83.533,00 USD, was einem leichten Tagesverlust von 0,2 Prozent entspricht.
Ende einer dreiwöchigen Zuflussserie
Nach einer längeren Phase stabiler Nachfrage zogen institutionelle Investoren zuletzt spürbare Beträge aus den an der Wall Street gelisteten Spot-Fonds ab. Medienberichten zufolge summierten sich die Nettoabflüsse am vergangenen Mittwoch auf 484,9 Millionen US-Dollar.
Am darauffolgenden Donnerstag verzeichneten die Produkte weitere Abgaben in Höhe von 244,1 Millionen US-Dollar. Über die gesamte Handelswoche vom 5. bis 9. Oktober beliefen sich die Nettoabflüsse demnach auf 681,11 Millionen US-Dollar.
Diese Entwicklung markiert einen deutlichen Bruch mit dem Trend der Vorwochen. Drei Wochen in Folge hatten die ETFs zuvor durchgehend Kapital angezogen. Der jüngste Stimmungswechsel im institutionellen Handelssegment drückt auf das Momentum, auch wenn der Kurs mit einem Puffer von 3,1 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt verbleibt.
Regulatorische Entlastung und institutionelle Integration
Abseits der Fondsströme sendeten die US-Behörden gemischte, teils konstruktive Signale. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums zog am 5. Oktober vorgeschlagene Regelungen zu Dokumentations- und Meldepflichten für Transaktionen mit unhosted Wallets sowie für Krypto-Mixer offiziell zurück.
Die Behörde kündigte an, diese Vorschläge nicht weiter zu verfolgen. Parallel dazu startete die US-Derivateaufsicht CFTC ein Konsultationsverfahren, um Rückmeldungen für einen bundesweiten Regulierungsrahmen für Privatkunden-Transaktionen mit Hebel- und Finanzierungskomponenten einzuholen.
Gleichzeitig schreitet die technische Einbindung des Basiswerts voran. Sui kündigte am vergangenen Freitag an, dass das geplante Hashi-Netzwerk institutionelle Finanzdienstleistungen unterstützen wird, bei denen Bitcoin als Kreditsicherheit hinterlegt werden kann, ohne die Bestände von der Bitcoin-Blockchain zu transferieren.
Zu den ersten Partnern dieser Initiative zählt die Krypto-Plattform Anchorage Digital. Der schrittweise Start des Mainnets ist für Oktober vorgesehen.
US-Inflationsdaten als nächster Taktgeber
Für Verunsicherung sorgten derweil Berichte über Vermögensverluste bei Geräten des Hardware-Wallet-Herstellers Ledger, die über einen südostasiatischen Zwischenhändler erworben wurden. Ledger leitete Untersuchungen ein und bat den Händler, den Vertrieb vorerst auszusetzen. Bestätigte Hinweise auf eine Kompromittierung der eigenen Systeme oder der Wallet-Technologie liegen nicht vor.
Im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer wieder auf das makroökonomische Umfeld. Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am 14. Oktober die Verbraucherpreisdaten für September. Die Inflationszahlen gelten als zentraler Indikator für den weiteren Zinskurs der US-Notenbank, der maßgeblich über die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten entscheidet.
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