Steigende Ölpreise treffen den Kryptomarkt gerade an einer empfindlichen Stelle. Bitcoin kämpfte sich zuletzt über die Marke von 66.000 Dollar zurück, nachdem eskalierende Spannungen im Nahen Osten die Notierung zuvor unter Druck gesetzt hatten. Wie tragfähig diese Erholung ist, entscheidet sich an einer Unterstützungszone, die Chartbeobachter gerade genau im Blick haben.
Geopolitik diktiert die Richtung
Anhaltende US-Angriffe gegen Iran und Störungen der Öltransporte durch die Straße von Hormus sowie das Rote Meer treiben die Rohölpreise auf ein mehrwöchiges Hoch. Das schürt neue Sorgen vor steigender Inflation und höheren Zinsen — und genau das spürt der Kryptomarkt gerade wieder deutlicher als die üblichen Impulse aus dem Tech-Sektor.
Ein Ausbruchsversuch über 67.000 Dollar scheiterte bei 66.910 Dollar, anschließend fiel Bitcoin zeitweise auf rund 65.951 Dollar zurück. Mittlerweile hat sich die Notierung wieder über die 66.000er-Marke gefangen und pendelt in einer engen Spanne zwischen Unterstützung und Widerstand.
Unterstützung um 63.900 Dollar im Fokus
Chartanalysten richten den Blick nun auf die Zone um 63.900 Dollar, die als sogenannter Point of Control gilt — ein Bereich, in dem in der Vergangenheit besonders viel Handelsvolumen zustande kam. Hält diese Marke, könnte sich das kurzfristige Bild weiter aufhellen. Rutscht Bitcoin darunter, drohen erneut Abgaben in Richtung der jüngsten Tiefs.
Trotz der Unsicherheit blieben die Zuflüsse in US-Bitcoin-Spot-ETFs zuletzt robust: Netto flossen am Dienstag 203 Millionen Dollar in die Produkte, nach 227 Millionen Dollar am Montag. Der iShares Bitcoin Trust verzeichnete davon mit 164 Millionen Dollar den größten Anteil.
Die Nachfrage reichte trotzdem nicht aus, um die Stimmung am Gesamtmarkt zu drehen. Anleger orientierten sich zuletzt stärker an den Rohstoffmärkten als an den eigenen Zuflusszahlen. Die aggregierte Kryptomarktkapitalisierung sank binnen 24 Stunden um 0,69 Prozent auf 2,24 Billionen Dollar.
Institutionen bauen Infrastruktur aus
Während der Kurs zwischen Ölpreis und Charttechnik schwankt, wächst im Hintergrund die institutionelle Infrastruktur weiter. Der digitale Vermögensverwalter Annamite Capital, gegründet von ehemaligen Managern von Citadel, UBS und Brevan Howard, kündigte den Start einer Plattform an, über die börsennotierte Bitcoin-Halter ihre Treasury-Bestände professionell verwalten lassen können, ohne das Eigentum an den Coins abzugeben. Solche Angebote richten sich an Unternehmen, die größere Bitcoin-Bestände auf der Bilanz halten und diese nun stärker aktiv bewirtschaften wollen.
Für die kurzfristige Richtung bleibt jedoch die Lage am Ölmarkt entscheidend. Solange sich der Konflikt um die Straße von Hormus nicht entspannt, dürfte Bitcoin zwischen der Unterstützung bei 63.900 Dollar und dem Widerstand um 67.000 Dollar hin- und hertesten.
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