Ausgerechnet während sich US-Präsident Donald Trump und die Kryptobranche in Washington immer enger verflechten, verlieren die Anleger an den Märkten die Nerven. Milliardenschwere ETF-Abflüsse und ein deutlicher Kursrückgang treffen auf eine politische Bühne, auf der Bitcoin längst zum Geschäftsmodell geworden ist.
ETF-Ausflüsse erreichen Rekordniveau
Der Juni war für die US-Spot-Bitcoin-ETFs der schwächste Monat seit ihrem Start im Januar 2024. Die Netto-Abflüsse summierten sich auf 4,5 Milliarden Dollar. Der negative Trend hielt zuletzt neun Handelstage in Folge an – allein am 30. Juni zogen Anleger weitere 222,6 Millionen Dollar ab.
Parallel dazu rutschte der Bitcoin-Kurs von einem Mai-Hoch nahe 82.000 Dollar auf rund 59.000 Dollar im Juni ab, ein Rückgang von etwa 24 Prozent. Auffällig dabei: Während der Zuspitzung geopolitischer Spannungen legte Gold zu, Bitcoin dagegen nicht – ein Hinweis darauf, dass die Kryptowährung ihre Rolle als vermeintlicher sicherer Hafen zunehmend verliert.
Trump kassiert, Regulierung stockt
Während der Kurs schwächelt, füllt sich die Privatkasse des Präsidenten. Laut seiner Einkommenserklärung für 2025 verdiente Trump über 1 Milliarde Dollar allein mit Kryptogeschäften über seine Beteiligung an World Liberty Financial. Hinzu kamen 635 Millionen Dollar Lizenzeinnahmen aus Meme-Coins wie dem eigens aufgelegten $TRUMP-Token.
Privat hält der Präsident zudem Bitcoin im Wert von über 50 Millionen Dollar. Die Kryptobranche selbst steuerte im laufenden Wahlzyklus rund 189 Millionen Dollar an Unternehmensspenden bei – mehr als ein Drittel aller Firmenzuwendungen insgesamt. Ausgerechnet das Gesetz, das den Umgang gewählter Amtsträger mit eigenen Krypto-Interessen regeln soll, kommt im Senat nicht voran.
Sinkende Kapitaleffizienz
Strukturell zeigt eine aktuelle Marktanalyse eine unbequeme Wahrheit: Trotz Milliardenbewertung liegt Bitcoin nur auf Platz 16 der wertvollsten Vermögenswerte weltweit. Für dieselbe relative Kursbewegung wie im ersten großen Marktzyklus 2011 braucht der Markt heute rund 20.000-mal mehr frisches Kapital. Kein Wunder, dass jede neue Kaufwelle heute mehr Kraft kosten muss als früher.
Für das dritte Quartal gilt der sogenannte CLARITY Act als entscheidende Weichenstellung für die Marktstruktur-Regulierung. Der Gesetzentwurf passierte den Bankenausschuss des Senats bereits mit 15 zu 9 Stimmen und wartet nun auf die entscheidende 60-Stimmen-Hürde im Plenum. Ob diese Hürde fällt, dürfte mitbestimmen, ob institutionelles Kapital in den kommenden Monaten zurück in den Markt findet.
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