Michael Saylor denkt Bitcoin größer: als Fundament eines digitalen, dollarbasierten Geldprodukts mit rund 7 Prozent Rendite. Während der Kurs bei etwa 86.000 Dollar notiert, treiben große Halter ihre Käufe weiter voran.

Vom Kapital zum Geld

Der Strategy-Chairman beschreibt eine Entwicklung in drei Stufen. Bitcoin dient als „Digital Capital“, variabel verzinste Vorzugsaktien wie STRC als „Digital Credit“. Am Ende soll „Digital Money“ stehen, ein an den Dollar gekoppeltes, Bitcoin-gestütztes und verzinstes Instrument mit stabilem Wert und täglicher Liquidität.

Saylor warnt selbst davor, Stabilität mit Risikofreiheit zu verwechseln. Die Risiken verschwänden nicht, sie würden über Reserven, Liquidität und Kreditstruktur gesteuert. Strategy betont in seinen SEC-Unterlagen zudem, dass die zugrunde gelegten Renditeannahmen hypothetisch sind und tatsächliche Ergebnisse erheblich abweichen können.

Die Stammaktie ordnet Saylor als nachrangigste Ebene ein. Sie soll die Schwankungen auffangen und die höheren Ebenen stützen.

Käufe gehen weiter

Strategy stockte Ende September erneut auf: 1.665 Bitcoin für 142,7 Millionen Dollar, im Schnitt zu 85.681 Dollar. Der Bestand liegt damit bei 847.666 Bitcoin. Finanziert wurde der Kauf über neue Stammaktien. Ein Teil des Erlöses floss in den Rückkauf von STRC-Papieren.

Strive, nach Bestand die Nummer fünf unter den börsennotierten Haltern, kaufte zwischen dem 28. September und 2. Oktober 2.000 Bitcoin für etwa 169 Millionen Dollar. Es war der größte Zukauf seit vier Monaten. Der Bestand wächst auf 29.462 Bitcoin. Das Geld stammt überwiegend aus der Vorzugsaktie SATA, die rund 13 Prozent im Jahr zahlt.

Der durchschnittliche Einstand von Strive liegt mit 90.170 Dollar über dem aktuellen Kurs. Auf dem Papier steht die Position damit im Minus.

Chartmystik und Jobdaten

Am Markt kursiert derweil eine kuriose Zyklusrechnung. Ein anonymer Nutzer hatte Ende 2023 das Hoch auf den 6. Oktober 2025 datiert. Tatsächlich markierte Bitcoin an diesem Tag mit 126.198 Dollar ein Rekordhoch. Dieselbe Logik legt das Tief nun auf den 5. Oktober 2026.

Belegt ist das nicht, mehr als Numerologie steckt nicht dahinter. Reale Impulse lieferte der US-Arbeitsmarkt: Im September entstanden nur 29.000 Stellen statt der erwarteten 90.000. Das nährt Erwartungen, dass die Fed die Zinsen nicht erneut anhebt. Bitcoin legte um rund 2 Prozent zu und liegt knapp 30 Prozent unter dem Hoch. Vom Tief bei etwa 57.000 Dollar im Juli beträgt der Abstand rund 50 Prozent.

Marktbeobachter Benjamin Cowen hält trotz der Akkumulationsphase seit 1. Juli noch ein weiteres Bein nach unten für möglich. Die Marke von 84.000 bis 85.000 Dollar, wo Strategy und Strive zuletzt kauften, bleibt damit der Referenzbereich.