Der Kryptomarkt erlebt seinen härtesten Wochenrückgang seit Monaten — und Bitcoin steckt mittendrin. In der Nacht auf Samstag fiel der Kurs kurzzeitig auf etwas über 59.000 Dollar, den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Für die laufende Woche steht ein Verlust von rund 17 Prozent zu Buche.
Hinter dem Rückgang steckt kein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammentreffen mehrerer belastender Faktoren. Bitcoin-ETFs verzeichneten diese Woche Abflüsse von 1,4 Milliarden Dollar — bereits die vierte Woche in Folge mit Abflüssen von mehr als einer Milliarde Dollar. Institutionelle Investoren ziehen sich zurück.
Kapital rotiert in neue Narrative
Ein wesentlicher Teil des abfließenden Kapitals wandert in Richtung Technologie und künstliche Intelligenz. Die erwarteten Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic saugen Risikokapital an — und treffen damit genau jene Investorengruppe, die sich bislang für Bitcoin interessierte. Hinzu kommt der jüngste Bitcoin-Verkauf durch Strategy, den bislang größten Unternehmenshalter. Die Transaktion — der erste Abbau der Bestände seit Ende 2022 — löste Spekulationen über mögliche Folgeverkäufe weiterer großer Marktteilnehmer aus und verstärkte den Abgabedruck.
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Marktanalyst Timo Emden spricht von einer „Handelswoche des Grauens“ und diagnostiziert hinter der aktuellen Schwäche eine strukturelle Identitätskrise, die Bitcoin bereits seit Monaten begleitet. Die Erwartung, eine kryptofreundliche Regierung in Washington ziehe automatisch steigende Kurse nach sich, bekomme damit einen weiteren Dämpfer.
Starke US-Arbeitsmarktdaten als Zusatzbelastung
Obendrein lieferte der US-Arbeitsmarktbericht für Mai überraschend starke Zahlen: 172.000 neu geschaffene Stellen — fast doppelt so viele wie von Analysten erwartet. Das befeuerte Spekulationen über eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr. Höhere Zinsen machen zinslose Assets wie Bitcoin strukturell unattraktiver.
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Der geopolitische Kontext verschärft die Risikoaversion zusätzlich. Seit der Wiederaufnahme militärischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sind die Ölpreise gestiegen, die Inflationssorgen ebenfalls.
Altcoins erwischte es noch härter als Bitcoin. Ethereum verlor in der Woche rund 21 Prozent, Cardano sogar fast 33 Prozent. Nur Stablecoins hielten ihren Wert — das klassische Muster einer breiten Marktflucht in sichere Häfen.
Kurzfristig gilt die Marke von 60.000 Dollar als psychologisch wichtige Unterstützung. Ob sie hält, hängt davon ab, ob die ETF-Abflüsse nachlassen und der Kapitalstrom Richtung KI-Börsengänge seinen Höhepunkt erreicht hat — denn solange SpaceX und Co. die Schlagzeilen dominieren, bleibt Bitcoin im Schatten.
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