Die Fachkonferenz Consensus 2026 öffnet in Miami ihre Türen, und der Kryptomarkt liefert die passende Kulisse. Ein politischer Kompromiss in Washington und anhaltende Kapitalzuflüsse treiben den Bitcoin-Kurs auf ein Dreimonatshoch.

Aktuell notiert die größte Kryptowährung bei rund 80.880 US-Dollar. Damit verzeichnet der Coin auf Monatssicht ein Plus von gut 20 Prozent. Unterstützt wurde der jüngste Anstieg durch einen massiven Short-Squeeze, bei dem Leerverkäufer Positionen im Wert von knapp 200 Millionen US-Dollar auflösen mussten.

Weg frei für den Clarity Act

Ein zentraler Auslöser für die gute Stimmung ist eine Einigung im US-Senat. Die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks haben ihren Streit über den sogenannten Clarity Act beigelegt. Der überarbeitete Gesetzestext erlaubt es Krypto-Plattformen nun, Belohnungen für die tatsächliche Nutzung von Stablecoins auszuschütten. Zinsähnliche Konstrukte, die klassischen Bankeinlagen ähneln, bleiben verboten.

Dieser Kompromiss räumt den größten Widerstand aus dem Bankensektor aus dem Weg. Eine Abstimmung im Senat vor der Sitzungspause am 21. Mai rückt damit in greifbare Nähe. Branchenvertreter werten die Entwicklung als entscheidenden Schritt hin zu einem verbindlichen Rechtsrahmen.

Milliardenzuflüsse und Bilanz-Rochaden

Parallel dazu stützen institutionelle Gelder den Kurs. Allein am 4. Mai flossen den US-Spot-ETFs netto rund 603 Millionen US-Dollar zu. Das Handelsvolumen sprang an diesem Tag auf über 56 Milliarden US-Dollar.

Bei den börsennotierten Unternehmen zeigt sich indes ein gemischtes Bild. Laut einer SEC-Mitteilung hat Strive Inc seine Bestände durch Zukäufe auf 15.000 Bitcoin ausgebaut. Prenetics Global schlägt den umgekehrten Weg ein und hat den Verkauf seiner Krypto-Reserven beschlossen, um sich auf das Kerngeschäft im Gesundheitsbereich zu fokussieren. Der Großinvestor Strategy pausiert seine täglichen Käufe derweil vor der Vorlage der Quartalszahlen am heutigen 5. Mai.

Der Blick der Investoren richtet sich nun auf die Geldpolitik. Am 15. Mai endet die Amtszeit von US-Notenbankchef Jerome Powell. Der Markt positioniert sich bereits für seinen erwarteten Nachfolger Kevin Warsh und spekuliert auf eine lockerere Zinspolitik in den kommenden Monaten.