Strive jagt die Spitze der börsennotierten Bitcoin-Halter. Die von Vivek Ramaswamy mitgegründete Firma aus Dallas kaufte in der vergangenen Woche weitere 124 Bitcoin und hält nun 43.124 Coins. Damit liegt sie auf Rang vier, und die beiden Plätze davor sind in Reichweite.

Kleiner Kauf, enger Abstand

Strive zahlte für die jüngste Tranche rund 10 Millionen Dollar, im Schnitt 80.526 Dollar je Bitcoin. Der Kurs liegt derzeit bei etwa 77.000 Dollar. Die Gesamtposition ist damit knapp 3,3 Milliarden Dollar wert und macht etwa 0,2 Prozent aller jemals existierenden Coins aus.

Der durchschnittliche Einstandspreis beträgt 87.785 Dollar. Die Position steht also leicht im Minus.

Vor Strive liegen Twenty One Capital mit 43.514 Bitcoin und Metaplanet mit 44.000 Bitcoin. Der Abstand beträgt 390 beziehungsweise 876 Coins, umgerechnet rund 30 und 67 Millionen Dollar.

Im aktuellen Tempo, und wenn beide Konkurrenten stillhalten, hätte Strive Twenty One in vier Wochen eingeholt und Metaplanet in acht. Weit enteilt ist nur Strategy mit 849.327 Bitcoin, fast dem Zwanzigfachen von Strives Bestand.

Finanzierung über Vorzugsaktien

Bemerkenswert ist die Finanzierung. Der Großteil stammte aus vorhandener Liquidität, die Barreserven sanken auf 490,4 Millionen Dollar. Erstmals nutzte Strive zudem ein Börsenprogramm für die neue Vorzugsaktie SATS, die den gesamten Wochenerlös aus Aktienverkäufen lieferte.

SATS zahlt 15 Prozent Dividende auf 100 Dollar Nennwert, ab dem 9. November an jedem Handelstag. Laut Prospekt will Strive die Ausschüttungen vor allem durch neues Kapital bedienen, also auch durch weitere Aktienverkäufe. Eine Reserve für 18 Monate Dividenden ist gebildet, Schulden meldet das Unternehmen nicht. Die Kennziffer für Vorzugsaktien und Verbindlichkeiten im Verhältnis zum Bitcoin-Wert liegt bei 62,7 Prozent.

CEO Matt Cole hält einen Platz als zweitgrößter börsennotierter Halter bis Jahresende für möglich, aber nicht für sein Basisszenario. Metaplanet strebt bis Ende 2026 weiterhin 100.000 Bitcoin an. Twenty One Capital hat seit dem Rückzug von Mitgründer Jack Mallers im Juli keine Coins zugekauft.

Schiff und CZ streiten weiter

Abseits der Bilanzen läuft der Dauerstreit zwischen Gold-Anhänger Peter Schiff und Binance-Gründer Changpeng Zhao. Schiff räumte in einem viral geteilten Zusammenschnitt ein, nicht zu wissen, was Bitcoin auf hohem Niveau trägt. Einen Fall auf null hält er für unwahrscheinlich, bleibt aber bei der Prognose eines Verlusts von mehr als 99 Prozent der Marktkapitalisierung.

CZ spottete darüber, Schiff werde eines Tages recht haben, nachdem er seine Meinung geändert habe. Im September hatte er Bitcoin zugetraut, im nächsten Zyklus Gold beim Marktwert zu überholen.

Konkret messbar wird Strives Aufholjagd in den nächsten Wochenmeldungen: Setzt das Unternehmen sein Tempo fort, würde es Twenty One Capital in rund vier Wochen überholen.