Erneuter Rückschlag für die größte Kryptowährung der Welt: Bitcoin fiel am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 65.000 Dollar und rutschte damit auf das niedrigste Niveau seit Anfang Februar. Der Absturz um 4,6 Prozent auf 64.882 Dollar erfolgte vor dem Hintergrund verstärkter Verkäufe durch Großinvestoren und wachsender Nervosität über die US-Handelspolitik.

Wale drücken auf den Verkaufsknopf

On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen einen deutlichen Anstieg der sogenannten Whale-Aktivität. Die Exchange-Whale-Ratio kletterte merklich, während große Bitcoin-Besitzer erhebliche Mengen der Kryptowährung auf Handelsplattformen verschoben – typischerweise ein Vorbote für bevorstehende Verkäufe. Diese Großinvestoren, oft frühe Käufer, institutionelle Anleger oder Krypto-Fonds, können den Kurs kurzfristig erheblich beeinflussen, wenn sie ihre Bestände zu Geld machen.

Die Verkaufswelle zeigt sich auch bei anderen großen Kryptowährungen: Ethereum und XRP verloren ebenfalls fast 6 Prozent. Der gesamte Kryptomarkt entkoppelt sich zunehmend vom klassischen Aktienmarkt – besonders in Phasen geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheit.

Trump dreht an der Zollschraube

Die neuerliche Schwäche wurde durch Entwicklungen in der US-Handelspolitik befeuert. Nachdem der Oberste Gerichtshof vergangene Woche Teile von Präsident Donald Trumps früherem Zollprogramm gekippt hatte, kündigte Trump umgehend neue Maßnahmen an: Zunächst einen globalen Importzoll von 10 Prozent für 150 Tage, den er anschließend auf 15 Prozent – das Maximum unter der relevanten Gesetzgebung – erhöhte.

Die Eskalation der Handelskonflikte belastete am Montag risikobehaftete Anlagen in Asien spürbar. Investoren befürchten, dass höhere Handelsbarrieren das globale Wachstum bremsen und die Liquiditätsbedingungen verschlechtern könnten – beides Faktoren, die typischerweise auf Kryptowährungen drücken.

US-Wirtschaftsdaten trüben die Stimmung

Zusätzlichen Druck erzeugen schwache Konjunkturdaten aus den USA. Das Bruttoinlandsprodukt expandierte im vierten Quartal nur mit einer annualisierten Rate von 1,4 Prozent und unterstreicht damit die Wachstumsverlangsamung. Gleichzeitig verharrte der Preisindex für persönliche Konsumausgaben mit 2,9 Prozent im Jahresvergleich hartnäckig über der Zielmarke der Fed.

Diese Kombination aus nachlassendem Wachstum und hartnäckiger Inflation erschwert die Aussichten für Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Die Erwartungen auf eine baldige geldpolitische Lockerung in diesem Jahr wurden entsprechend gedämpft – keine guten Nachrichten für Bitcoin, das in Zeiten lockerer Geldpolitik historisch profitierte.

Seit dem Hoch über 125.000 Dollar befindet sich Bitcoin in einem merklichen Abwärtstrend. Die Marke von 60.000 Dollar, die Anfang Februar kurzzeitig unterschritten wurde, rückt wieder näher.