Liebe Leserinnen und Leser,
77 Prozent Plus bei den wöchentlich aktiven Solana-Nutzern binnen zwei Wochen — von 16,8 auf 29,7 Millionen. Das ist keine Kursfantasie, das ist gemessene Netzwerkaktivität. Bitcoin dagegen kämpft nach acht Wochen ununterbrochener ETF-Abflüsse mit seinem 200-Tage-Schnitt. Wer heute in Krypto handelt, findet zwei fundamental unterschiedliche Ausgangslagen — und daneben, bei Silber und Kupfer, zwei Setups, die von genau jenem schwachen US-Arbeitsmarktbericht profitieren, der gestern schon die Rotation in Bankaktien und Old-Economy-Werte trieb.
Während Bitcoin an seinem 200-Tage-Schnitt kämpft und Solana mit Netzwerkdaten überzeugt, zeigt sich einmal mehr: Die Krypto-Landschaft ist alles andere als einheitlich. Wer die nächste Rotation innerhalb des Kryptomarkts nicht verpassen will, findet in diesem kostenlosen Report 3 Kryptowährungen mit außergewöhnlichem Wachstumspotenzial. Kostenlosen Krypto-X-Report sichern
Bitcoin: Ein Gegenstoß ist noch keine Trendwende
Bitcoin notiert bei 62.970 Dollar — unter dem 50-Tage-Schnitt von 66.533 Dollar und deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt von 74.646 Dollar. Das ist die entscheidende Einordnung: Solange der Kurs unter beiden Durchschnitten bleibt, ist jede Erholung technisch zunächst nur ein Gegenstoß im Abwärtstrend, kein Trendwechsel. Ein Testlauf an die 64.000-Dollar-Marke wurde bereits abgewiesen. Kurzfristige Widerstände liegen bei 63.833 und 64.697 Dollar, Unterstützungen bei 62.271 und 61.572 Dollar; das untere Bollinger-Band notiert bei 58.358 Dollar.
Die Kapitalströme bestätigen das schwache Bild. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von rund 526 bis 527 Millionen Dollar — die achte Woche in Folge, mit BlackRocks IBIT als größtem Einzelposten (773 Millionen Dollar). Auch Michael Saylors Strategy sendete kein Kaufsignal: Das Unternehmen verkaufte 3.588 Bitcoin für rund 216 Millionen Dollar, um die Dollar-Reserve für Vorzugsaktien-Dividenden aufzufüllen, und reduzierte den Bestand auf 843.775 BTC. Keine Katastrophe, aber ein Warnsignal: Wenn selbst die größte Bitcoin-Treasury-Story Liquidität aus dem Bestand zieht, sollten Anleger einen Ausbruch über 64.000 Dollar erst dann ernst nehmen, wenn er sich hält — nicht schon beim ersten Anlauf.
Solana: Netzwerkaktivität schlägt Kursfantasie
Der Kontrast zu Bitcoin liegt nicht im Kurs, sondern in der Substanz dahinter. Neben dem Nutzer-Sprung auf 29,7 Millionen wöchentlich Aktive treiben ein Memecoin-Revival, rege Prediction-Market-Aktivität und tokenisierte Vermögenswerte auf Solana den Coin — Letztere kletterten auf ein Rekordvolumen von 3,5 Milliarden Dollar. SOL selbst markierte ein 30-Tage-Hoch bei 83 Dollar und konsolidiert zuletzt über 87 Dollar.
Das Trading-Setup ist damit klarer gezeichnet als bei Bitcoin: Widerstände bei 88,20 und 90 Dollar, Unterstützung bei 86,50 und 85 Dollar. Ein Ausbruch über 92 Dollar könnte den Weg Richtung 100 Dollar öffnen. Ein Dämpfer bleibt allerdings: Die Futures-Funding-Rate fiel von 11 auf 3 Prozent — weniger Überhitzung, aber auch weniger Schub aus gehebelten Long-Positionen. Für Trader heißt das konkret: nicht nur auf den Kurs schauen, sondern auf Bestätigung durch Volumen und Netzwerkdaten warten, bevor man der 92-Dollar-Marke hinterherläuft.
Silber und Kupfer: Gleicher Auslöser, unterschiedliche Reife
Der schwache US-Jobsbericht — nur 57.000 neue Stellen im Juni statt der erwarteten rund doppelt so vielen — wirkt an den Rohstoffmärkten wie schon gestern bei den Bankaktien als Katalysator sinkender Zinserwartungen. Bei Silber zeigt sich das nur zögerlich: XAG/USD lag am 6. Juli bei rund 62 Dollar je Feinunze, nach einem Intraday-Hoch von 63,28 Dollar. Der Preis bleibt in der Zone zwischen 60,52 und 63,50 Dollar gefangen und notiert unter dem 21-Tage-Schnitt (63,45 Dollar) sowie dem 200-Tage-Schnitt (70,06 Dollar). Der RSI von 42 zeigt: kein überkaufter Markt, aber auch keine Kaufpanik. Silber ist damit derzeit ein Range-Trade, kein Trend-Trade. Oberhalb von 63,50 Dollar würde das Bild konstruktiver, ein Bruch unter 60,52 Dollar würde das Risiko Richtung 55 Dollar öffnen.
Kupfer liefert die deutlich überzeugendere Fundamentalgeschichte. LME-Kupfer stieg zeitweise über 13.400 Dollar je Tonne, Hoch bei 13.458 Dollar. Entscheidender als der Tageskurs sind die Lagerdaten: Die SHFE-Bestände sanken acht Wochen in Folge auf 122.677 Tonnen — ein Rückgang von rund 36 Prozent seit Ende April, nach einem Bericht umgerechnet nur noch drei Tage Verbrauch. Gleichzeitig liegen die Verarbeitungslöhne für Kupferkonzentrat bei rund 8 Dollar je Tonne, weit unter der Gewinnschwelle von 35 bis 40 Dollar — ein Zeichen strukturell knappen Angebots, während Stromnetze, E-Autos und KI-Rechenzentren die Nachfrage stützen. Der Markt selbst wird treffend als „weder stark steigend noch tief fallend“ beschrieben. Für Trader heißt das: Rücksetzer bei intakter Knappheitsstory sind interessanter als Käufe in unbestätigte Ausbrüche. Wer über Minenwerte, ETCs oder Futures-nahe Produkte spielt, sollte Lagerdaten und Terminmarktpositionierung eng verfolgen statt dem Tageskurs hinterherzulaufen.
Während Silber zwischen 60,52 und 63,50 Dollar gefangen bleibt, richten institutionelle Anleger den Blick zunehmend auf die Hybrid-Rolle des Metalls zwischen Edelmetall und Industrie-Rohstoff. Ein kostenloser Spezial-Report von Experte Daniel Wilhelmi nennt konkrete Silber-Minen-Aktien mit Namen und WKN, die den nächsten Ausbruch aus der Handelsspanne hebeln könnten. Silber-Report jetzt gratis herunterladen
Zwei Aktien-Sondersituationen: EasyJet und Continental
Abseits der Charts liefert die Aktienseite zwei handfeste Einzelstorys. EasyJet sprang am Montag um zehn bis elf Prozent, nachdem der US-Investor Castlelake 6,90 Pfund je Aktie geboten hat — eine Bewertung von rund 5,2 bis 5,5 Milliarden Pfund beziehungsweise etwa 7,3 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat unterstützt das Angebot grundsätzlich, Castlelake hat bis zum 3. August Zeit für ein formelles Gebot. Wer jetzt einsteigt, handelt nicht Airline-Fundamentaldaten, sondern Deal-Wahrscheinlichkeit — und EU-Eigentumsregeln gelten als reale Hürde.
Continental wiederum verkauft die Sparte ContiTech für 4 Milliarden Euro an Lone Star Funds, konzentriert sich künftig aufs Reifengeschäft, reduziert Finanzschulden und will rund 2,5 Milliarden Euro über Sonderdividende oder Aktienrückkäufe an Aktionäre zurückgeben. Die Analystenreaktion fällt gemischt aus: Kepler Cheuvreux stufte die Aktie nach starkem Lauf von „Buy“ auf „Hold“ zurück, hob das Kursziel aber von 75 auf 80 Euro an. Jefferies bleibt bei „Buy“ mit Kursziel 75 Euro und verweist darauf, dass Verkaufspreis und Erlöse über den Erwartungen liegen. Die eigentliche Frage für Anleger: Wird der schlankere Konzern künftig höher bewertet — nicht, wohin der Kurs heute tickt.
Quintessenz
Drei Marken entscheiden über die kommenden Handelstage: Bitcoin muss die 64.000-Dollar-Zone zurückerobern und dort auch bleiben, Solana braucht bestätigte Anschlusskäufe über 90/92 Dollar, und Silber muss aus seiner Spanne bis 63,50 Dollar nach oben ausbrechen. Dazu kommen das Fed-Sitzungsprotokoll am Mittwoch und die fortlaufende Marktreaktion auf die schwachen Junidaten vom Arbeitsmarkt. Die Lehre aus allen vier Assets ist dieselbe: Wer jetzt handelt, sollte nicht auf die nächste Schlagzeile reagieren, sondern auf bestätigte Brüche technischer Marken warten.
Herzlichst,
Ihr Andreas Sommer
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