Das Cardano-Netzwerk hat heute einen wichtigen Schritt vollzogen. Das PreProd-Testnetz wechselte planmäßig auf Protokollversion 11 — den letzten Testschritt vor dem Van-Rossem-Mainnet-Upgrade. Der ADA-Kurs notiert währenddessen bei 0,16 US-Dollar. Das ist 84 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Van Rossem: Was das Upgrade bringt
Das Van-Rossem-Upgrade ist ein sogenannter Intra-Era-Hard-Fork. Das bedeutet: Die Transaktionsstruktur bleibt unverändert. Infrastrukturanbieter müssen lediglich auf Node-Version 11.0.1 wechseln.
Inhaltlich bündelt Protokollversion 11 mehrere Verbesserungen. Plutus-Skripte laufen schneller, die Ledger-Konsistenz steigt, und die Knotensicherheit wird gestärkt. Außerdem vereinheitlicht das Upgrade die eingebauten Funktionen über alle Plutus-Versionen hinweg — V1, V2 und V3 erhalten damit denselben Funktionsumfang.
Das Upgrade trägt den Namen von Max van Rossem. Er war eine Schlüsselfigur in Cardanos Governance-Geschichte und maßgeblich an der Ausarbeitung der Netzwerkverfassung beteiligt.
Mainnet-Abstimmung läuft
Mit dem erfolgreichen PreProd-Fork beginnt jetzt die Governance-Phase. DReps, Stake-Pool-Betreiber und das Verfassungskomitee müssen der Mainnet-Aktivierung zustimmen. Mögliche Hard-Fork-Daten reichen von Ende Juni bis Mitte Juli.
Parallel steht am 23. Juni der Start des Leios-Testnets an. Das Protokoll soll den Durchsatz um das 10- bis 65-fache steigern — potenziell über 1.000 Transaktionen pro Sekunde. IOG hat dafür einen Treasury-Antrag über 27,7 Millionen ADA eingereicht, um Leios bis Ende 2026 mainnet-reif zu machen.
Kurs und Kapital laufen auseinander
Die technischen Fortschritte prallen auf einen Markt unter Druck. ADA hat in den vergangenen 30 Tagen mehr als 43 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 21,5 — tief im überverkauften Bereich. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,30 Dollar ist weit entfernt.
Das DeFi-Ökosystem spiegelt die Stimmung wider. Der Total Value Locked in Cardano-Anwendungen ist von rund 905 Millionen Dollar Ende 2024 auf unter 140 Millionen Dollar gefallen — ein Rückgang von 85 Prozent.
Auffällig: Großanleger kaufen trotzdem. Adressen mit mindestens einer Million ADA halten inzwischen 67,49 Prozent des umlaufenden Angebots. Das ist die höchste Konzentration seit 2017.
Regulatorisches Fenster öffnet sich
Auf der regulatorischen Seite hat die SEC ADA als Nicht-Wertpapier eingestuft. Die CME führte im Februar ADA-Futures ein. Nach einer vorgeschriebenen Handelsfrist von sechs Monaten kann die Behörde ab dem 9. August über ausstehende Spot-ETF-Anträge von Grayscale und anderen Anbietern entscheiden.
Ob das reicht, um die Lücke zwischen technischer Entwicklung und Kursentwicklung zu schließen, wird sich spätestens mit der Mainnet-Aktivierung von Van Rossem zeigen — und dem Marktecho auf den Leios-Teststart am 23. Juni.
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