Mit der erfolgreichen Aktivierung der Van-Rossem-Hard-Fork am 18. Juli 2026 um 21:44 UTC hat das Cardano-Netzwerk einen entscheidenden Meilenstein in seiner Entwicklung erreicht. Der Übergang auf die Protokoll-Version 11 gilt als historisch, da es sich um das erste Major-Upgrade handelt, das vollständig über die dezentrale Community-Governance und ohne die direkte Steuerung durch die Gründungsgesellschaft Input Output Global (IOG) umgesetzt wurde.
Dezentrale Governance besteht ersten Härtetest
Die Einführung der neuen Protokoll-Version erfolgte nach einer on-chain durchgeführten Abstimmungsrunde, in der die verschiedenen Akteure des Ökosystems ihre Zustimmung geben mussten. Die sogenannten Delegated Representatives (DReps) stimmten laut Medienberichten mit einer deutlichen Mehrheit von 78,97 % für das Upgrade und übertrafen damit die erforderliche Schwelle von 60 % deutlich. Auch die Stake Pool Operatoren (SPOs) stützten das Vorhaben mit einer Zustimmungsrate von 53,02 %, womit das notwendige Quorum von 51 % erreicht wurde. Das Constitutional Committee segnete die Entscheidung zudem einstimmig ab.
Das Upgrade, das zu Ehren des im Oktober 2025 verstorbenen Cardano-Mitwirkenden Max van Rossem benannt wurde, markiert den Beginn einer Ära, in der die Community die volle Entscheidungsgewalt über die technische Roadmap übernimmt. Bereits im Vorfeld der Aktivierung hatten rund 93 % der Netzwerk-Nodes ihre Software auf die neue Version aktualisiert, um einen reibungslosen Übergang in der Epoche 644 zu gewährleisten.
Technische Optimierungen und Skalierungspläne
Auf technischer Ebene bringt die Protokoll-Version 11 signifikante Verbesserungen für Entwickler und Nutzer. Im Fokus steht die Optimierung der Smart-Contract-Plattform Plutus. Durch neue kryptografische Primitive und standardisierte Built-in-Funktionen sinken die Ausführungskosten für komplexe Anwendungen deutlich. Zudem wurden Maßnahmen zur Erhöhung der Node-Sicherheit implementiert, die unter anderem eine stärkere Verifizierung kryptografischer Schlüssel vorsehen.
Diese Anpassungen dienen als fundamentale Vorbereitung für die kommende Ausbaustufe namens Ouroboros Leios. Dieses künftige Skalierungs-Upgrade zielt darauf ab, den Durchsatz des Netzwerks um das 65-fache zu steigern und Kapazitäten von über 1.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) zu ermöglichen. Charles Hoskinson betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der langfristigen technologischen Unabhängigkeit des Netzwerks.
Wal-Aktivität und Marktreaktion
Trotz des technologischen Fortschritts zeigt sich der Markt vorsichtig. Der aktuelle Kurs notiert bei 0,1736 USD und liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,01 USD. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Rückgang von -50,56 %. Während der breite Markt nur verhalten reagierte, zeigen On-Chain-Daten eine deutliche Akkumulation durch Großinvestoren. Laut Santiment halten Wallets, die zwischen 100.000 und 100 Millionen ADA kontrollieren, mittlerweile einen Bestand von über 25,6 Milliarden Token. Dies ist der höchste Stand seit Februar 2023 und deutet darauf hin, dass langfristig orientierte Anleger das aktuelle Preisniveau für Zukäufe nutzen.
Überschattet wurde die Meldung über das gelungene Upgrade lediglich durch einen Sicherheitsvorfall bei der Wanchain-Brücke am 21. Juli 2026. Dabei wurden rund 515 Millionen NIGHT-Token im Wert von etwa 13 Millionen USD entwendet. Die Midnight Foundation stellte jedoch klar, dass das Cardano-Netzwerk selbst auf Layer-1-Ebene von diesem Exploit nicht betroffen war. Analysten sehen den nächsten signifikanten Widerstand für den Kurs nun im Bereich des 50-Tage-Durchschnitts, der derzeit bei 0,1662 USD verläuft. Eine nachhaltige Erholung über die Marke von 0,20 USD gilt als Voraussetzung für eine Trendwende.
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