Ein Testnet-Start und eine wachsende Zahl neuer Wallets haben Cardano aus dem Tief geholt. Innerhalb einer Woche legte die Kryptowährung um rund 31 Prozent zu — die stärkste Wochenperformance seit dem ersten Quartal 2025. Am Montag erreichte ADA ein Zwischenhoch von 0,19 US-Dollar, aktuell notiert die Kryptowährung bei 0,18 Dollar.
Der Auslöser: Am 6. Juli startete das RealFi Phase 1 Testnet. Cardano-Gründer Charles Hoskinson bezeichnet das Upgrade als eines der bedeutendsten in der Geschichte des Projekts. Die Technologie soll dezentrale Finanzanwendungen mit realen Vermögenswerten und Identitäten verknüpfen.
Mehrere Upgrades laufen parallel
Neben RealFi bereitet das Entwicklerteam den Van Rossem Hard Fork vor. Die Ratifizierung unter Protokollversion 11 wird bis zum 23. Juli erwartet. Zusätzlich arbeitet das Team am Ouroboros-Leios-Upgrade, das den Datendurchsatz des Netzwerks um bis zu das 60-Fache steigern soll.
Damit könnte Cardano technisch mit der XRP Ledger gleichziehen — bei gleichbleibender Dezentralität und Sicherheit. Das öffentliche Testnet für dieses Upgrade, intern Musashi Dojo genannt, läuft bereits seit Ende Juni. Der volle Mainnet-Einsatz ist für später in diesem Jahr geplant.
Wallets wachsen, Wale kaufen zu
Seit dem lokalen Kurstief am 23. Juni zieht die Netzwerkaktivität spürbar an. Allein in der vergangenen Woche kamen 14.783 neue, nicht-leere Wallets hinzu. Der Kurs erholte sich im selben Zeitraum von rund 0,14 auf aktuell etwa 0,18 Dollar.
Auch die Verteilung der Bestände verschiebt sich. Großanleger mit 10 bis 100 Millionen ADA halten mittlerweile 38,13 Prozent des gesamten Angebots — ein wachsender Anteil. Trotz der Kurserholung bleibt ADA unter wichtigen technischen Marken: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,19 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,27 Dollar. Zum Jahreshoch von 1,01 Dollar aus dem August 2025 fehlen der Kryptowährung noch fast 82 Prozent.
Treasury-Debatte und ETF-Prüfung
Parallel zu den technischen Fortschritten diskutiert die Cardano-Community eine Governance-Änderung. Zur Abstimmung steht ein Vorschlag, das Ausgabenlimit der Treasury von 350 auf 500 Millionen ADA anzuheben. Das soll zusätzliche Mittel für Infrastruktur und DeFi-Entwicklung freisetzen. Die Cardano-Treasury verwaltet aktuell schätzungsweise 1,47 Milliarden ADA, von denen bislang nur ein kleiner Teil für Projekte abgerufen wurde.
Auf institutioneller Seite nimmt die US-Börsenaufsicht SEC am 9. August ihre Prüfung des Grayscale Spot Cardano ETF (GADA) auf. Der eingereichte Antrag hat bereits zur verbesserten Marktstimmung beigetragen.
Charttechnik bleibt vorsichtig
Die Erholung fällt in ein Marktumfeld, das insgesamt noch von Nervosität geprägt ist. Der „Crypto Fear & Greed Index“ steht derzeit bei 24 Punkten — das entspricht „Extremer Angst“. Der RSI von Cardano liegt bei 58,6 und signalisiert damit noch keine Überhitzung.
Der Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrendkanal gilt charttechnisch als positives Signal. Allerdings wartet unmittelbar Widerstand bei der Marke von 0,20 Dollar. Ein nachhaltiger Sprung darüber wäre nötig, um die nächste Zone zwischen 0,21 und 0,22 Dollar anzusteuern. Die wichtigste Unterstützung bleibt bei 0,14 Dollar — jenem Niveau, das erst vor rund zwei Wochen als 52-Wochen-Tief markiert wurde.
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