Ein Sicherheitsvorfall trifft Cardano zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Rund 16 Millionen ADA wurden gestohlen — und der Kurs notiert bereits auf einem Mehrjahrestief.

SecondFi-Lücke kostet 2,4 Millionen Dollar

Der Angriff richtete sich gegen SecondFi, einen Wallet-Anbieter, der im April 2026 aus dem bekannten Yoroi-Wallet hervorging. Eine Schwachstelle in der Schlüsselgenerierung ermöglichte es Angreifern, 374 Adressen zu leeren. Rund 16 Millionen ADA — etwa 2,4 Millionen Dollar — gingen verloren.

Schnell reagierte das Ökosystem. Notfallmaßnahmen sicherten rund 129 Millionen ADA und überführten sie an einen unabhängigen Verwahrer. Cardano-Gründer Charles Hoskinson stellte am 25. Juni klar: „Cardano wurde nicht gehackt.“ Das Problem liege ausschließlich in der Wallet-Software, nicht im Kernprotokoll der Blockchain. SecondFi sei zudem nicht mit Input Output Global verbunden.

Das Sicherheitsunternehmen SlowMist und weitere Community-Mitglieder fordern nun ein unabhängiges Audit der SecondFi-Software. EMURGO rät Nutzern, ihre Wiederherstellungsphrasen vorerst nicht in der betroffenen Software einzugeben.

Interner Druck und technischer Ausblick

Der Vorfall trifft eine Community, die ohnehin unter Spannung steht. Der Cardano Summit 2026 wurde wegen interner Konflikte abgesagt. In einem Livestream am 24. Juni rief Hoskinson die Community zur Geschlossenheit auf. Er zeigte sich überzeugt, dass es keinen technischen Grund gebe, warum ADA frühere Kursniveaus nicht wieder erreichen könne.

Die Entwicklung läuft parallel weiter. Am 23. Juni startete das öffentliche Testnetz „Musashi Dojo“ — die Testumgebung für das Skalierungsupgrade Ouroboros Leios. Das Upgrade soll den Durchsatz von 4,5 KB/s auf bis zu 200 KB/s steigern, also ein Vielfaches des heutigen Wertes. Ein Hard Fork auf dem Mainnet ist für November 2026 geplant.

Kurs nahe Jahrestief

Am Markt hinterlässt der Vorfall Spuren. ADA handelt aktuell bei rund 0,15 Dollar — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 0,14 Dollar, das erst gestern markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung mehr als 58 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 26,7 und signalisiert damit eine stark überverkaufte Lage.

Ob das November-Upgrade für Ouroboros Leios einen Wendepunkt bringt, hängt auch davon ab, wie schnell das Vertrauen in die Wallet-Infrastruktur zurückkommt. Ein unabhängiges Sicherheitsaudit wäre dafür ein erster konkreter Schritt.