CleanSpark transformiert sein Geschäftsmodell grundlegend und vollzieht einen strategischen Schwenk in Richtung Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen gab am 5. August den Abschluss eines 20-jährigen Leasingvertrags für seinen Campus in Sandersville, Georgia, bekannt. Der Partner ist ein namentlich nicht genanntes, global agierendes Technologieunternehmen mit hohem Investment-Grade-Rating.
Dieser Vertrag soll über die Erstlaufzeit einen garantierten Umsatz von 6,6 Milliarden US-Dollar generieren. Sollten alle Verlängerungsoptionen wahrgenommen werden, könnte dieses Volumen auf bis zu 11,6 Milliarden US-Dollar ansteigen. Damit positioniert sich das Unternehmen verstärkt als Anbieter von Infrastruktur für Hochleistungsrechnen (HPC) und KI-Anwendungen.
Schwache Quartalszahlen belasten die Bilanz
Diese langfristigen Wachstumsaussichten stehen im Kontrast zu den jüngsten Geschäftszahlen für das am 30. Juni beendete dritte Fiskalquartal. CleanSpark meldete am 6. August einen Umsatz von 138,0 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 30,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Unterm Strich verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von 239,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,89 US-Dollar je Aktie. Mit diesen Ergebnissen verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Marktteilnehmer bei Umsatz und Gewinn.
Trotz der Verluste verfügt das Unternehmen über eine robuste Liquiditätsposition. Zum Quartalsende beliefen sich die liquiden Mittel auf rund 917 Millionen US-Dollar. Dieser Bestand setzte sich aus 202,6 Millionen US-Dollar in bar sowie 13.931 Bitcoin zusammen. Das Management bestätigte zudem, dass die Ausrüstung für das Erweiterungsprojekt in Sandersville bereits vollständig vorbestellt und der Eigenkapitalanteil der Finanzierung gesichert sei.
Analysten setzen auf die KI-Transformation
An der Börse wird die Neuausrichtung derzeit mit Vorsicht begleitet. Das Papier notiert aktuell bei 10,12 € und konnte heute um 1,4% zulegen. Die Bewertung spiegelt jedoch den jüngsten Verkaufsdruck wider: Mit einem Abstand von 50% zum 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie deutlich unter ihren Höchstständen vom vergangenen Oktober.
Experten bewerten die strategische Neuausrichtung dennoch positiv. Analyst John Todaro von Needham bekräftigte heute seine Kaufempfehlung und verwies auf das Potenzial durch die HPC-Infrastruktur. Auch die Analysten von Bernstein bestätigten gestern ihre Einstufung auf „Buy“ und hoben die Bedeutung des KI-Schwenks nach den Quartalszahlen hervor.
Parallel zum Analystenzuspruch zeigt sich ein verstärktes Interesse institutioneller Investoren. Laut einer am 7. August veröffentlichten Pflichtmitteilung hält der Vermögensverwalter BlackRock inzwischen eine Beteiligung von 15,50 Prozent an CleanSpark. Zudem erwarben Medienberichten zufolge weitere Vermögensverwalter wie Assenagon Asset Management im zweiten Quartal größere Aktienpakete.
Während die Transformation voranschreitet, bleibt das Kerngeschäft des Bitcoin-Minings stabil. Im Juli produzierte CleanSpark laut Unternehmensangaben 586 Bitcoin, womit die Gesamtproduktion im laufenden Kalenderjahr auf 4.310 Einheiten stieg. Die operative Rechenleistung wurde dabei mit 50 Exahashes pro Sekunde angegeben.
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