Coinbase erweitert sein Angebot um einen weiteren Stablecoin und baut damit die Position als zentrale Handelsplattform aus. Der RLUSD von Ripple ist ab sofort in der Retail-App, an der Coinbase Exchange und bei Coinbase Prime verfügbar. Politisch zieht derweil Unsicherheit auf.

RLUSD an Bord

Kunden können US-Dollar und andere dollarbasierte Stablecoins im Verhältnis 1:1 in RLUSD tauschen. Ein- und Auszahlungen laufen über das XRP Ledger, Ethereum und Coinbases eigenes Base-Netzwerk. Die Unterstützung für Kunden der Coinbase Global Exchange, inklusive der Nutzung als Sicherheit, soll folgen.

Brett Tejpaul, Co-CEO von Coinbase Institutional, sprach von einem weiteren Schritt zur „everything exchange“. Gemeint ist ein Handelsplatz, an dem Kunden ihre Assets auf Infrastruktur mit Fokus auf Sicherheit und Compliance auswählen.

Der Zeitpunkt ist günstig für Ripple. Das Unternehmen erhielt am Montag die finale OCC-Zulassung für eine nationale Trust-Bank und stellt RLUSD damit unter Bundesaufsicht. Moody’s vergab heute zudem Einstufungen von A2 langfristig und P-1 kurzfristig für die Einlagen. Der Stablecoin, der im Dezember 2024 startete, kommt laut Ripple auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 2,6 Milliarden Dollar.

Midterms als Risikofaktor

Für die Branche insgesamt rückt die Politik in den Vordergrund. Nächste Woche finden die Zwischenwahlen statt, und Prognosemärkte sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für demokratische Mehrheiten: Auf Kalshi liegt sie bei 90 Prozent im Repräsentantenhaus und bei 64 Prozent im Senat.

Das könnte den Kurs in Washington verschieben. Die Republikaner verabschiedeten zuletzt das GENIUS-Gesetz für Stablecoins, der umfassendere Clarity Act blieb im Senat stecken. Unter demokratischer Führung dürfte der Schwerpunkt eher auf Kontrolle liegen als auf neuer Gesetzgebung. Ron Hammond von Wintermute erwartet, dass Elizabeth Warren als mögliche Vorsitzende des Bankenausschusses ihre Vorladungsrechte aggressiv nutzen würde.

Für Coinbase ist ein Punkt besonders relevant. Warren könnte laut Hammond die OCC-Genehmigungen für Banklizenzen ins Visier nehmen, die neben Ripple auch Coinbase und die Trump-nahe World Liberty Financial betreffen.

Was jetzt ansteht

Entscheidend ist die Wahl nächste Woche, besonders das Rennen in Ohio. Dort tritt der kryptokritische Sherrod Brown gegen den branchenfreundlichen Jon Husted an, den das Fairshake-Komitee mit 30 Millionen Dollar unterstützt.

Gewinnt Brown, könnte er den Vorsitz im Agrarausschuss des Senats übernehmen, der für Krypto-Gesetze zuständig ist. Branchenvertreter wie die Blockchain Association betonen, sie setzten sich unabhängig vom Wahlausgang weiter für klare Regeln ein.