Ein einzelnes Unternehmen hält inzwischen fast jeden zwanzigsten Ethereum, der existiert. BitMine Immersion Technologies hat seine Bestände auf über sechs Millionen Token aufgestockt – und nähert sich damit dem selbst gesetzten Ziel, fünf Prozent des gesamten Angebots zu kontrollieren.

BitMine baut Position weiter aus

Konkret hält BitMine aktuell 6.001.302 Ether im Wert von 16,19 Milliarden Dollar. Allein in der vergangenen Woche kamen 17.360 Token hinzu, der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 2.700 Dollar je ETH. Damit kontrolliert das Unternehmen 4,9 Prozent der umlaufenden Ethereum-Menge von 122,1 Millionen Token – die Fünf-Prozent-Marke ist nur noch eine Frage der Zeit.

Der Großteil der Bestände liegt nicht ungenutzt in der Bilanz. Rund 84 Prozent der Token, etwa 5,07 Millionen ETH, hat BitMine gestakt. Bei einer annualisierten Staking-Rendite von zuletzt 2,62 Prozent auf Sieben-Tage-Basis ergibt sich daraus ein rechnerischer Jahresumsatz von 358 Millionen Dollar allein aus dem Staking-Geschäft.

Der Markt reagierte auf die neuen Zahlen zurückhaltend. Die BitMine-Aktie schloss zuletzt 2,61 Prozent tiefer bei 26,84 Dollar, während Ethereum selbst zeitgleich um 2,57 Prozent auf 2.714 Dollar zulegte. Die Divergenz zeigt: Der Kryptowert profitiert von der Nachfrage großer Käufer, die Aktie des Bestandshalters muss das nicht automatisch spiegeln.

Buterin skizziert das Ethereum der Zukunft

Während BitMine an der Angebotsseite dreht, arbeitet Mitgründer Vitalik Buterin an der technischen Basis von morgen. In einem am Wochenende veröffentlichten Beitrag beschreibt er die für 2027 geplante Hegota-Fork als voraussichtlich letzten „normalen“ Fork des Netzwerks. Was danach kommt, soll Ethereum grundlegend verändern: rekursive STARKs, automatisierte Verifikation und ein auf Quantensicherheit ausgelegtes Konsensmodell.

Konkret nennt Buterin Zielwerte, die das Netzwerk deutlich beschleunigen sollen. Die Finalität von Transaktionen soll von derzeit rund 200 Sekunden auf 8 bis 32 Sekunden sinken, Slots sollen künftig 4 bis 8 Sekunden statt der bisherigen 12 Sekunden dauern. Zensurresistenz soll über einen Mechanismus namens FOCIL sichergestellt werden, bei dem Validatoren-Komitees Transaktionslisten vorgeben, die Blöcke zwingend enthalten müssen.

Der Beitrag versteht sich als verständliche Ergänzung zum sogenannten Strawmap-Fahrplan der Ethereum Foundation, der sieben Forks bis 2029 vorsieht. Buterin selbst bezeichnete den schrittweisen Umbau als „Schiff-des-Theseus“-Prozess – jede Komponente des Netzwerks wird ausgetauscht, während es weiterläuft.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: kurzfristig prägen institutionelle Käufer wie BitMine die Nachfrageseite, während die technische Roadmap bis Ende des Jahrzehnts die fundamentale Wette auf das Netzwerk selbst definiert.