Während der Kurs von Ethereum am Montag kräftig zulegt, kauft ein einzelner Investor unbeirrt weiter: BitMine Immersion Technologies hat seinen Bestand erneut aufgestockt und rückt an die selbstgesteckte Marke von fünf Prozent des gesamten ETH-Angebots heran. Parallel dazu bringt der Staking-Anbieter Lido eine der größten technischen Umstellungen seiner Geschichte auf den Weg. Zwei Geschichten, ein gemeinsamer Nenner: Institutionelles Kapital und Infrastruktur bewegen sich derzeit gleichzeitig.

Ethereum notierte am Montagmittag bei rund 1.960 US-Dollar, ein Plus von 4,48 Prozent und damit an der Spitze der großen Kryptowährungen. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes stieg parallel auf 2,23 Billionen US-Dollar. Der Crypto Fear and Greed Index kletterte auf 39 Punkte – noch im Juni hatte er mit 16 Punkten „Extreme Fear“ signalisiert.

Rückenwind liefern auch die Ethereum-ETFs. In der Woche bis zum 24. Juli verzeichneten die Spot-Produkte Nettozuflüsse von 103,9 Millionen US-Dollar, bereits die dritte Woche in Folge mit positiven Zuflüssen. Das verwaltete Vermögen der ETFs stieg damit auf 10,17 Milliarden US-Dollar, das Wochenhandelsvolumen lag bei 2,78 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlich profitiert die Stimmung vom näher rückenden Clarity Act im US-Senat, unterstützt durch Finanzhäuser wie BlackRock und Charles Schwab sowie ein erstes Ethikpaket des Weißen Hauses. Die vorläufige Waffenruhe zwischen den USA und Iran verbessert zudem die allgemeine Risikobereitschaft an den Märkten.

BitMine nähert sich der Fünf-Prozent-Schwelle

BitMine hält inzwischen rund 5,79 Millionen ETH, wöchentlich kamen zuletzt knapp 10.000 Token hinzu. Der Wert des Ethereum-Bestands liegt bei etwa 11,3 Milliarden US-Dollar, das gesamte Portfolio inklusive Bitcoin, Bargeld und Beteiligungen kommt auf rund 11,8 Milliarden US-Dollar. Damit hält das Unternehmen etwa 4,8 Prozent der gesamten Ethereum-Versorgung – das erklärte Ziel von fünf Prozent rückt näher.

Chairman Tom Lee begründet die aggressive Kaufstrategie mit dem ETH/BTC-Verhältnis, das zuletzt ein Drei-Monats-Hoch von 0,30 erreichte. Er sieht darin ein Zeichen für eine grundsätzliche Stärkung des Krypto-Marktes und nennt die Marken von 2.000 und 2.500 US-Dollar als nächste Ziele für Ethereum. Parallel zu den ETH-Käufen läuft ein Aktienrückkaufprogramm: Allein in der vergangenen Woche kaufte BitMine 6,1 Millionen eigene Aktien zurück, seit Juli summiert sich das auf 11,6 Millionen Aktien im Rahmen des mit vier Milliarden US-Dollar autorisierten Programms. Von den gehaltenen Token sind 4,9 Millionen ETH über die hauseigene Staking-Plattform MAVAN im Einsatz, die je nach Berechnung zwischen 254 und 299 Millionen US-Dollar an jährlichen Erträgen einbringen soll.

Lido baut Validatoren-Struktur um

Auf der Infrastrukturseite konsolidiert der Staking-Anbieter Lido rund acht Millionen ETH, umgerechnet etwa 16 Milliarden US-Dollar und damit ein Fünftel des gesamten gestakten Ethereum-Bestands. Die Token wandern auf größere Validatoren, die seit dem Pectra-Upgrade bis zu 2.048 ETH statt vorher 32 ETH aufnehmen können. Dadurch soll der Anteil dieser größeren Validatoren am gestakten ETH von rund 32 auf 52 Prozent steigen, während die Gesamtzahl der Validatoren um etwa ein Drittel sinkt.

Die Umstellung läuft im Rahmen der neuen Curated Module v2, bei der professionelle Node-Betreiber künftig eigenes ETH als Sicherheit hinterlegen müssen. Parallel debütiert die Community Staking Module v3 für kleinere, unabhängige Staker. Lidos Jahresumsatz war 2025 um 23 Prozent auf 40,5 Millionen US-Dollar gesunken, bedingt durch sinkende Staking-Renditen im gesamten Netzwerk. Aktuell liegt der Anteil des gestakten ETH am Gesamtangebot bei fast 35 Prozent, nachdem die Validator-Warteschlange für den Einstieg zuletzt wieder deutlich zugenommen hat.

Die Fed-Sitzung am 28. und 29. Juli dürfte zeigen, ob die jüngste Erholung am Kryptomarkt trägt oder ob institutionelle Käufer wie BitMine bei einer schwächeren Zinsentscheidung ihre Strategie überdenken müssen.