Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat einen technischen Vorschlag veröffentlicht, der die Konsensschicht des Netzwerks auf ein Minimum zusammenschrumpfen soll. Der Plan trägt den Namen „The Extremely Lean Chain“ und markiert einen weiteren, sehr konkreten Baustein der langfristigen „Lean Ethereum“-Strategie.
Validatoren übernehmen die Arbeit
Kern des Vorschlags: Zero-Knowledge-Beweise sollen den Großteil der Zustandsverwaltung von der Chain auf die Validatoren verlagern. In einem Forschungsbeitrag beschreibt Buterin ein zweistufiges Verfahren, an dessen Ende der onchain gespeicherte Zustand pro Validator auf rund sechs Bytes schrumpfen könnte.
In der ersten Phase entfallen die meisten Validator-Daten aus der Chain. Statt laufender Bilanzaktualisierungen pro Epoche reicht künftig ein täglicher ZK-STARK-Beweis je Validator, den dieser selbst einreicht. Die zweite Phase fügt Privatsphäre hinzu: Jeder Validator erhält täglich eine neue anonyme Identität und muss seinen Kontostand erneut nachweisen — ein rotierendes, kaum zurückverfolgbares Validator-Set entsteht. Nach Buterins Einschätzung könnte dieser Ansatz die Konsensschicht theoretisch auf Millionen Validatoren skalieren.
Drei bis vier Jahre Bauzeit
Buterin ordnet die Neuerung als „dritte große Iteration“ des Netzwerks ein und stellt sie in eine Reihe mit dem Wechsel zu Proof-of-Stake im Jahr 2022. Die vollständige Umsetzung von Lean Ethereum soll drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Das kommende Hegota-Upgrade gilt als letzter Fork, der noch der „Vor-Lean“-Ära zuzurechnen ist.
Der technische Umbau fällt in eine Phase organisatorischer Umbrüche: Die Ethereum Foundation hat ihre Belegschaft kürzlich reduziert und neu strukturiert. Parallel entstanden mit Ethereum Institutional und EthLabs zwei neue, von Bitmine, Sharplink und Joseph Lubin unterstützte Non-Profit-Organisationen, die sich um institutionelle Anbindung und Protokollforschung kümmern sollen.
Bis die „Extremely Lean Chain“ tatsächlich live geht, dürfte noch viel Forschungsarbeit folgen. Als nächster sichtbarer Meilenstein der laufenden Roadmap gilt das Hegota-Upgrade, das den Übergang in die neue Protokollgeneration einleiten soll.
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