Drei Quartale in Folge im Minus — das gab es in der Geschichte von Ethereum noch nie. Ausgerechnet in dieser historischen Schwächephase kauft ein Großinvestor Zehntausende ETH auf einen Schlag. Der Fear-and-Greed-Index für Kryptowährungen verharrt bei 27 Punkten und signalisiert tiefe Angst im Markt.

ETH notiert bei rund 1.900 Dollar und liegt damit 62 Prozent unter dem Allzeithoch von 4.953 Dollar aus dem August 2025. Das vierte Quartal 2025 schloss mit minus 28 Prozent, die ersten beiden Quartale 2026 mit minus 29 und minus 25 Prozent. Im Juni fiel der Kurs zeitweise auf ein 52-Wochen-Tief von 1.512 Dollar.

Glamsterdam-Verzögerung bremst die Erholung

Die Ethereum Foundation hat das lang erwartete Glamsterdam-Upgrade auf das dritte Quartal 2026 verschoben. Entwickler hatten zuvor Stabilitätsprobleme im Testnetz gemeldet. Das Upgrade soll den Durchsatz verdreifachen und die Gasgebühren um 78 Prozent senken — mit einem neuen Gas-Limit-Ziel von 200 Millionen gegenüber aktuell 60 Millionen.

Citi reagierte auf die Verzögerung mit einer Kürzung des Zwölf-Monats-Kursziels von 3.175 auf 2.240 Dollar und strich die erwarteten ETF-Zuflüsse komplett. Spot-Ethereum-ETFs verloren allein im Juni 529 Millionen Dollar an Kapital — die schwächste Phase seit dem Start der Produkte.

Wal-Kauf und ETF-Wende als Gegensignal

Ausgerechnet mitten in dieser Negativserie kippte die Stimmung. In der Woche bis zum 11. Juli drehten die ETF-Zuflüsse erstmals seit acht Wochen ins Positive und brachten 84,42 Millionen Dollar frisches Kapital. In derselben Woche kaufte ein einzelner Ethereum-Wal 89.396 ETH im Wert von 165 Millionen Dollar — ein Signal wachsender Überzeugung bei Großanlegern.

Parallel dazu bekommt Ethereum institutionellen Rückenwind. Mitgründer Joe Lubin startete Anfang Juli die Organisation Ethereum Institutional mit über 500 bestehenden Bankbeziehungen. Vitalik Buterin veröffentlichte kurz darauf seinen Lean-Ethereum-Masterplan, der einen drei- bis vierjährigen Umbau des Netzwerks vorsieht.

Der RSI liegt aktuell bei 63 und zeigt wachsende Dynamik unterhalb der überkauften Zone. Der 50-Tage-EMA bei 1.806 Dollar dient als erste Unterstützung, der 100-Tage-EMA bei 1.944 Dollar markiert den nächsten Widerstand. Die Fed-Entscheidung am 28. Juli dürfte als nächster kurzfristiger Katalysator wirken, während das eigentliche Comeback an den Erfolg von Glamsterdam im dritten Quartal gekoppelt bleibt.