Drei Verlustquartale in Folge — das hat es in der Geschichte von Ethereum noch nie gegeben. Ausgerechnet in dieser Phase historischer Schwäche startet mit Ethereum Institutional ein Projekt, das Großbanken den Weg auf die Blockchain ebnen soll. Der Kurs pendelt bei rund 1.780 bis 1.800 Dollar — und genau dort verläuft eine Marke, die seit Wochen jede Erholung ausbremst.

Institutionelles Fundament wächst

Am 1. Juli 2026 ging Ethereum Institutional als eigenständige gemeinnützige Organisation an den Start. Mitgründer Joe Lubin sowie die Firmen BitMine und SharpLink stehen hinter der Initiative, die Banken, Vermögensverwaltern und Custody-Anbietern einen neutralen Zugang zur ETH-Blockchain verschaffen will. Das Ethereum-Mainnet beherbergt bereits rund 180 Milliarden Dollar an Stablecoins — etwa 60 Prozent des gesamten Angebots — sowie zwei Drittel aller tokenisierten Sachwerte.

Die Spot-ETH-ETFs meldeten nach neun Tagen mit Abflüssen erstmals wieder zwei aufeinanderfolgende Tage mit Zuflüssen, zusammen rund 44 Millionen Dollar. BlackRocks neuer ETHB-Fonds zog an seinem ersten Handelstag zusätzlich 100 Millionen Dollar an. Parallel brachte die Ethereum Foundation Anfang Juli knapp 5.000 ETH über Lido Finance ins Netzwerk ein — ein Signal, das die institutionelle Ausrichtung unterstreicht.

Analystenbild bleibt gespalten

Das vierte Quartal 2025 endete mit einem Minus von 28 Prozent, die ersten beiden Quartale 2026 mit minus 29 und minus 25 Prozent. Ethereum notiert damit rund 65 Prozent unter seinem Allzeithoch von knapp 4.953 Dollar. Citi reagierte Anfang Juli mit einer Kürzung des Zwölf-Monats-Kursziels von 3.175 auf 2.240 Dollar und rechnet im Bärenszenario sogar mit 1.094 Dollar.

Standard Chartered hält dagegen an einem Jahresendziel von 4.000 Dollar fest — ein Spread, der die Unsicherheit im Markt deutlich macht. Ein Short Squeeze am 3. Juli löschte bärische Positionen im Wert von 281 Millionen Dollar und trieb den Kurs kurzfristig nach oben. Der Fear-and-Greed-Index steht trotzdem bei 22 und signalisiert extreme Angst unter Anlegern.

Der Widerstand bei 1.800 Dollar

Technisch bildet die Zone um 1.803 bis 1.804 Dollar — Supertrend-Widerstand und 50-Tage-EMA fallen hier zusammen — die entscheidende Hürde, die seit Juni jede Erholung gedeckelt hat. Ein Wochenschluss darüber würde den Weg Richtung 1.900 Dollar öffnen. Vitalik Buterin stellte zudem Anfang Juli in Berlin seinen Lean-Ethereum-Plan vor, der Quantensicherheit und Skalierung bis 2029 adressiert.

Für das dritte Quartal 2026 steht mit dem Glamsterdam-Upgrade die nächste technische Weichenstellung an — es soll parallele Transaktionsverarbeitung auf der Basisschicht ermöglichen. Bis dahin bleibt die Marke von rund 1.800 Dollar der Prüfstein: Erst ein nachhaltiger Ausbruch würde das institutionelle Momentum in eine spürbare Kurserholung übersetzen.