Quantencomputer bedrohen die Kryptografie von Ethereum. Forscher warnen seit Jahren vor diesem Szenario. Ein neuer Vorschlag der Ethereum Foundation liefert nun eine überraschend günstige Lösung. Der Schutz eines Kontos kostet gerade einmal sieben Cent.
Gefahr rückt näher
Aktuell sichern ECDSA-Signaturen die Konten im Netzwerk. Diese Technologie gilt langfristig als verwundbar. Im März 2026 rechnete Google Quantum AI vor: Etwa 1.200 logische Qubits reichen aus, um die Verschlüsselung zu knacken. Das ist deutlich weniger als bisher angenommen. Die US-Behörde NIST plant bereits, den ECDSA-Standard bis 2030 auszumustern.
Nicolas Consigny leitet das Kohaku-Projekt der Ethereum Foundation. Er präsentiert nun einen Ausweg. Das System SPHINCS+ nutzt Hash-basierte Signaturen. Diese widerstehen Quanten-Angriffen.
Die Überprüfung einer solchen Signatur kostet etwa zwei Millionen Gas. Das entspricht beim aktuellen Netzwerkstatus rund sieben US-Cent. Der größte Vorteil: Anwender können ihre Konten sofort absichern. Ein tiefgreifendes Netzwerk-Update, ein sogenannter Hard Fork, ist dafür nicht nötig.
Umbau im Hintergrund
Parallel dazu treiben die Entwickler den Schutz auf Protokollebene voran. Vitalik Buterin schlägt mit EIP-8141 vor, quantensichere Prüfungen optional in Konten zu integrieren. Dieses Update steht für den Hegotá-Fork in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf dem Plan.
Auf der Validatoren-Seite plant Ethereum den Einsatz von SNARK-Technologie. Ein System namens leanVM bündelt viele Signaturen in einen kleinen Beweis von 128 Kilobyte. Das entlastet das Netzwerk massiv.
Die technische Weiterentwicklung trifft auf ein schwieriges Marktumfeld. Der Ether-Kurs liegt aktuell bei rund 1.715 US-Dollar. Seit Jahresbeginn verlor die Kryptowährung knapp 43 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator signalisiert mit 36,9 eine überverkaufte Situation.
Institutionelle Käufer greifen zu
US-Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten zuletzt eine Rekordserie an Nettoabflüssen. Das verwaltete Vermögen dieser Fonds fiel auf knapp zehn Milliarden US-Dollar. Die Folge: Firmenkassen nutzen die tieferen Kurse. Sie sammelten in gut zwei Monaten rund 2,3 Millionen Token ein.
Ein weiteres Standbein bleibt das Stablecoin-Geschäft. Mehr als die Hälfte aller wertstabilen Kryptowährungen läuft über Ethereum. Sie generieren etwa 40 Prozent aller Gebühren auf der Blockchain.
Der Übergang zu einer quantensicheren Kryptografie dauert Jahre. Ethereums Sicherheitsmodell ist auf Jahrhunderte ausgelegt. Der aktuelle Vorstoß des Kohaku-Projekts markiert einen konkreten Startpunkt. Nutzer können den Schutz ihrer Vermögenswerte ab sofort selbst in die Hand nehmen. Die Kosten dafür fallen kaum ins Gewicht.
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