Der radikale Umbau zum KI-Infrastruktur-Riesen kostet Anleger derzeit Nerven. Trotz ambitionierter Wachstumspläne im Cloud-Sektor geriet das Papier von IREN am Mittwoch massiv unter Druck. Ein Minus von 7,44 Prozent drückte den Kurs auf 37,06 Euro. Damit markiert die Aktie ein neues 20-Tage-Tief.

Angriff auf den KI-Markt

Das Unternehmen wandelt sich derzeit vom reinen Bitcoin-Miner zum diversifizierten Anbieter für KI-Rechenzentren. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die massive Aufstockung der Grafikprozessoren-Flotte (GPU). IREN peilt die Marke von 140.000 Einheiten an und setzt dabei auf die neue Blackwell-Generation von Nvidia am Standort Childress.

Das technische Hochfahren soll die Kassen füllen. Der Vorstand peilt bis Ende 2026 einen jährlichen Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar an. Das Fundament bildet ein Portfolio aus Netzkapazitäten von insgesamt 5 Gigawatt in Nordamerika, Europa und Asien.

Expansion nach Europa

Parallel dazu treibt der Konzern seinen Markteintritt in Europa voran. Durch den Kauf des spanischen Entwicklers Nostrum Group sicherte sich IREN Zugriff auf 490 Megawatt Leistung in Spanien. Diese Infrastruktur dient künftig dem Training komplexer KI-Modelle für europäische Kunden.

Langfristige Verträge stützen das Vorhaben. Eine Partnerschaft mit Microsoft im Volumen von 9,7 Milliarden Dollar soll für planbare Einnahmen sorgen. Zur Finanzierung des Wachstums sicherte sich das Unternehmen bereits über 9 Milliarden Dollar durch Kundenvorauszahlungen und Kredite.

An der Börse herrscht aktuell Ernüchterung. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie rund 34 Prozent an Wert. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit 33,2 Punkten inzwischen eine fast überverkaufte Marktlage.

Analysten bewerten die langfristige Strategie positiver als der Markt. Die Investmentbank Jefferies startete die Abdeckung der Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 79 Dollar. Als Grund nennen die Experten die starke Positionierung im Markt für KI-Infrastruktur.

Die Bauarbeiten an den neuen Phasen des Horizon-Rechenzentrums verlaufen nach Zeitplan. Das Management erwartet in den kommenden Quartalen die ersten operativen Beiträge dieser Anlagen zum Gesamtumsatz.