Es war ein brutaler Tag für Solana. Der Token fiel am Donnerstag auf 69,64 US-Dollar – ein neues 52-Wochen-Tief. Innerhalb von 24 Stunden verlor Solana rund 17 Prozent an Wert. Die monatliche Verlustspanne liegt mittlerweile bei über 27 Prozent.
Der massive Kursrutsch hat einen klaren Auslöser. Am 3. Juni verzeichneten die US-Spot-ETF auf Solana erstmals seit Mai Nettoabflüsse. Laut Daten von SoSoValue zogen Anleger 12,7 Millionen Dollar ab. Das Ende einer Phase stabiler Zuflüsse – und ein mögliches Signal: Das institutionelle Vertrauen bröckelt.
Liquidationswelle und technischer Bruch
Die Marktkorrektur löste eine beispiellose Liquidierungswelle aus. CoinGlass meldet Derivat-Liquidationen von über 1,66 Milliarden Dollar innerhalb eines Tages. Long-Positionen waren mit rund 1,42 Milliarden Dollar der größte Treiber. Diese erzwungenen Verkäufe durchbrachen die wichtige Unterstützung bei 76,60 Dollar – eine Marke, die seit Februar 2026 gehalten hatte.
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Der Relative-Stärke-Index liegt bei 20,8 Punkten. Das ist tief im überverkauften Bereich. Historisch gesehen folgten darauf oft technische Erholungen. Die Frage ist nur: Hält der Boden?
Neue Tokenflut im Juni
Hinzu kommt zusätzlicher Verkaufsdruck aus dem Solana-Ökosystem selbst. Am 7. Juni werden voraussichtlich 624.666 SOL freigeschaltet. Es handelt sich um einen Teil des linearen Vesting- und Staking-Belohnungsmodells. Weitere 200.000 SOL sollen Mitte des Monats folgen.
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Der geschätzte Wert dieser Juni-Freischaltungen: fast 50 Millionen Dollar. In einem Markt mit nachlassender Liquidität ein heikler Zeitpunkt. Ein symbolisches Detail: Der Hyperliquid-Token überholte Solana am 3. Juni kurzzeitig im Stückpreis – 74 zu 72 Dollar. Solanas Marktkapitalisierung bleibt mit rund 42 Milliarden Dollar zwar deutlich höher. Der psychologische Effekt ist dennoch spürbar.
Netzwerk wächst – Kurse fallen
Die fundamentale Entwicklung läuft indes weiter. Mastercard setzt bei Stablecoin-Abwicklungen auf Solana. Laut Berichten wickelte das Netzwerk im ersten Quartal Stablecoin-Transfers von über 832 Milliarden Dollar ab. Auch der Solana-dApp-Store führte eine neue Bewertungsfunktion mit KI-Zusammenfassungen ein.
Solide Langfristperspektiven. Nur helfen sie dem Kurs derzeit nicht. Analysten sehen die nächste Bewegung vor allem von Bitcoin abhängig: Stabilisiert sich die Leitwährung nahe der 66.000-Dollar-Marke? Und stoppen die ETF-Rückflüsse? Ohne diese beiden Bedingungen bleibt der Druck auf Solana bestehen. Der 4. Juni 2026 könnte als Wendepunkt in die Geschichte eingehen – oder als Vorbote einer weiteren Abwärtswelle.
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