Der Kryptomarkt erholt sich seit August spürbar, und Solana profitiert kräftig mit. Der Coin notiert wieder im Bereich von 117 Dollar, liegt auf Zwölf-Monats-Sicht aber noch immer fast 40 Prozent im Minus. Die eigentliche Geschichte hinter der Erholung ist jedoch weniger der Kurs selbst als die Frage, wer da gerade wieder investiert.

Institutionelles Geld kehrt zurück

Allein am 24. September flossen rund 28 Millionen Dollar netto in Solana-Spot-ETFs. Seit Auflage summieren sich die Zuflüsse auf etwa 168 Millionen Dollar. Das ist mehr als eine Randnotiz — es zeigt, dass Solana zunehmend von institutionellem Kapital statt reiner Spekulation getragen wird.

Untermauert wird das von der Netzwerknutzung selbst. Das Stablecoin-Transaktionsvolumen auf Solana hat in diesem Jahr bereits die Marke von fünf Billionen Dollar überschritten, während tokenisierte Real-World-Assets auf der Chain inzwischen einen Wert von mehr als 4,5 Milliarden Dollar erreichen.

Mit dem geplanten Upgrade Alpenglow soll zudem die Finalität des Netzwerks weiter verbessert werden — ein Baustein, der zusätzliche Anwendungen und damit nachhaltigere Nachfrage ermöglichen könnte.

Machtkampf bei Treasury-Firma SkyAI

Abseits des Kurses sorgt ein Streit um die Solana-Treasury-Gesellschaft SkyAI für Bewegung. Bei der Hauptversammlung blieben alle fünf Vorstandsmitglieder trotz einer Widerstandskampagne von Forward Industries und Bastion Trading im Amt — eine Besonderheit des Wahlverfahrens ließ die Enthaltungen wirkungslos verpuffen. Klarer fiel die Ablehnung des vorgeschlagenen Aktienvergütungsplans für 2026 aus: Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Aktionäre dagegen.

Forward Industries, mittlerweile die größte Solana-Treasury-Firma, hatte SkyAI bereits im Juni ein Übernahmeangebot unterbreitet und nach einer ersten Absage Mitte September ein nachgebessertes Angebot vorgelegt. Das bewertet jede SkyAI-Aktie mit dem Gegenwert von 0,306 Forward-Aktien. Eine Antwort von SkyAI auf dieses zweite Angebot steht noch aus.

Charttechnik bleibt der Taktgeber

Nach dem jüngsten Anstieg gilt die Marke von 120 Dollar als kurzfristiger Widerstand — ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das technische Bild aufhellen. Auf der Unterseite kommt dem Bereich um 110 Dollar besondere Bedeutung zu: Solange diese Zone hält, bleibt die Erholung intakt. Rutscht Solana darunter, rückt schnell wieder die Marke von 100 Dollar in den Blick.

Für die kommenden Wochen entscheidet sich an diesen beiden Marken, ob aus der Gegenbewegung mehr wird als nur eine Verschnaufpause nach den Sommertiefs.