Jahrelang zahlten Anleger für die Strategy-Aktie einen saftigen Aufpreis gegenüber den Bitcoin-Beständen des Unternehmens. Diese Zeiten sind vorbei. Das mNAV-Premium ist auf 1,00x zusammengeschrumpft. Die Aktie notiert damit nur noch zum fairen Marktwert ihrer digitalen Reserven.

Transparenz in der Bilanz

Michael Saylor setzt auf maximale Offenheit. Ein neues Dashboard zeigt nun die nackte Realität der Bilanz. Von den 843.775 gehaltenen Bitcoin bleiben nach Abzug aller Verbindlichkeiten deutlich weniger für die Stammaktionäre übrig. Die sogenannte „Net Reserve“ liegt laut aktuellen Daten bei rund 554.569 Bitcoin.

Parallel dazu drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 22 Milliarden Dollar auf den Netto-Wert. Das Unternehmen füllt derweil seine Kassen über laufende Aktienverkaufsprogramme auf. Zuletzt sammelte Strategy so 263,5 Millionen Dollar ein. Die gesamten Barreserven kletterten dadurch auf 3,225 Milliarden Dollar.

Zinslast bremst Zukäufe

Das Management stellt den Ausbau der Bitcoin-Bestände momentan hinten an. Seit zwei Wochen ruhen die Zukäufe. Die Priorität hat sich verschoben: Liquidität für den Schuldendienst geht vor Expansion.

Hinzu kommen die laufenden Kosten der Kapitalstruktur. Das Unternehmen muss jährlich rund 1,8 Milliarden Dollar aufbringen. Dieser Betrag ist notwendig, um Zinsen und Vorzugsdividenden zu bedienen.

Der Aktienkurs spiegelt diesen erhöhten Druck wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 39 Prozent an Wert. Mit einem Schlusskurs von 80,83 Euro rückt das Jahrestief von 71,91 Euro wieder in bedrohliche Nähe.

Quartalszahlen als Gradmesser

Ende Juli präsentiert das Unternehmen die Ergebnisse für das zweite Quartal. Im Fokus steht dabei die „BTC Yield“-Kennzahl. Dieser Wert misst, wie stark die Bitcoin-Bestände im Verhältnis zur Anzahl der ausgegebenen Aktien steigen. Strategy strebt hier eine jährliche Rendite zwischen vier und acht Prozent an.

Der anstehende Quartalsbericht wird Klarheit über die neue Bewertungslogik bringen. Stabilisiert sich das Kurs-Netto-Verhältnis dauerhaft bei 1,00, markiert dies den Abschied von der historischen Sonderrolle der Aktie. Investoren erhalten am letzten Juli-Wochenende detaillierte Einblicke in die operative Umsetzung dieser Strategie.