Der weltgrößte Indexfonds-Anbieter bricht mit seiner Tradition. Jahrelang mied Vanguard Krypto-Assets konsequent. Jetzt sucht der Billionen-Verwalter einen „Head of Digital Assets“. Die Personalie signalisiert einen fundamentalen Umbruch.

Der neue Manager soll in Dallas die Vermögensverwaltung modernisieren. Das Ziel: eine Strategie, um Wertpapiere zu tokenisieren und über Blockchains abzuwickeln. Stablecoins und Krypto-Verwahrung stehen ebenfalls auf dem Prüfstand. Bisher lehnte Vanguard solche Themen strikt ab. Anfang 2024 blockierte der Konzern sogar Bitcoin-ETFs für seine Kunden.

Neuer CEO bringt Krypto-Wende

Der Kurswechsel trägt die Handschrift von Salim Ramji. Der frühere BlackRock-Manager leitet Vanguard seit Juli 2024. Unter seiner Führung öffnete sich der Broker bereits Ende 2025 für externe Krypto-Fonds. Eigene Digital-Produkte plant das Haus aktuell nicht. Vielmehr geht es um die Technik im Hintergrund.

Konkurrenten wie BlackRock und Fidelity sind Vanguard weit voraus. Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte umfasst mittlerweile 30,87 Milliarden US-Dollar. Rund 14,86 Milliarden US-Dollar entfallen dabei auf digitalisierte US-Staatsanleihen. Vanguard muss aufholen. Die neue Technik verspricht institutionellen Anlegern schnellere Prozesse und deutlich niedrigere Kosten.

Solide Performance trotz Tech-Umbau

An der Börse reagieren Anleger gelassen auf den internen Umbau. Der Vanguard FTSE All-World ETF notiert am Mittwoch bei 163,98 Euro. Das entspricht einem leichten Abschlag von 0,88 Prozent. Langfristig bleibt das Bild intakt. Seit Jahresbeginn sammelte der Fonds stolze 12,33 Prozent Rendite ein.

Das charttechnische Bild stützt diese Entwicklung. Der Kurs liegt 1,33 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Bald könnte das regulatorische Umfeld für Vanguards Blockchain-Pläne noch günstiger werden. Die US-Börsenaufsicht SEC prüft unter Paul Atkins aktuell neue Vorgaben. Diese sollen den Handel digitaler Assets an regulierten Börsen erleichtern.