Der XRP Ledger steht vor einem bedeutenden Umbau. Entwicklerteams bereiten die Version 3.2.0 vor — und die bringt mehr als nur technische Korrekturen.
Vom Zahlungsnetz zur Tokenisierungsplattform
Kern der neuen Version ist eine Umbenennung der zentralen Server-Software. Das bisherige „rippled“ weicht dem neuen Namen „xrpld“. Das klingt nach Kosmetik, ist aber Teil einer tiefgreifenden Modernisierung der Netzwerkarchitektur. Ripple-Ingenieure bestätigten am 5. Juni, dass Version 3.2.0 die Sicherheit verbessert und den Speicherbedarf reduziert.
Infrastrukturanbieter, Validatoren und Node-Betreiber müssen zwingend upgraden. Ein technisches Handbuch für die Migration befindet sich in Entwicklung. Grundlage ist Version 3.1.3, die im Mai aktiviert wurde und Korrekturen für NFTs, Vault-Systeme und das native Kreditprotokoll lieferte.
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Parallel dazu skizzierte Ripple-CTO David Schwartz eine ambitionierte Erweiterung des Netzwerks. Das XRP Ledger soll sich von einer reinen Zahlungsinfrastruktur zu einer institutionellen Tokenisierungsplattform entwickeln. Geplant ist die Integration von tokenisierten Repos, Geldmarktfonds, Unternehmenskrediten und börsennotierten Aktien direkt auf dem Ledger.
Das Volumen tokenisierter Assets auf dem Netzwerk erreichte 2026 bereits rund 3,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommt die Anbindung des RLUSD-Stablecoins an das Wormhole-NTT-Framework. Damit lassen sich Assets zwischen dem XRP Ledger und Ethereums DeFi-Ökosystem bewegen — ohne Wrapped Tokens oder synthetische Vermögenswerte.
Kurs unter Druck, Regulierung im Wartestand
Die technischen Fortschritte kamen für den Kurs zur Unzeit. XRP fiel am Freitag auf ein 52-Wochen-Tief von 1,07 Dollar. Aktuell notiert die Kryptowährung bei 1,17 Dollar — rund 68 Prozent unter dem Jahreshoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 38 Prozent.
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Der Rückgang traf nicht nur XRP. Bitcoin rutschte zeitgleich unter die 60.000-Dollar-Marke. Erschwerend kam erhebliche Whale-Aktivität hinzu: Innerhalb von 24 Stunden wurden rund 50 Millionen XRP aus großen Adressen bewegt oder verkauft. Das Handelsvolumen stieg dabei um 22 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar — ein Zeichen, dass Marktteilnehmer aktiv reagierten.
Der RSI liegt bei 23, was technisch auf überverkaufte Bedingungen hindeutet.
Entscheidend für die mittelfristige Einschätzung bleibt ein politischer Faktor: Im US-Senat wartet der Clarity Act auf eine Abstimmung. Das Gesetz würde XRP formal als digitale Ware klassifizieren und die Aufsicht auf die CFTC übertragen. Viele Marktteilnehmer sehen darin den letzten Schritt zur Auflösung der rechtlichen Unsicherheiten, die XRP seit 2020 belasten. Wie der Senat abstimmt, dürfte den Kurs stärker bewegen als jedes Software-Update.
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