XRP notiert bei 1,14 Dollar — knapp über dem Jahrestief von 1,05 Dollar, das erst vor einer Woche markiert wurde. Seit Jahresanfang hat die Kryptowährung rund 39 Prozent verloren. Ausgerechnet jetzt häufen sich die positiven Nachrichten.
ETF-Zuflüsse schlagen Bitcoin und Ethereum
Fünf Wochen in Folge haben XRP-ETFs mehr Nettozuflüsse verzeichnet als Bitcoin- und Ethereum-Fonds. In der Woche bis zum 12. Juni flossen 10,68 Millionen Dollar in XRP-Produkte. Bitcoin-ETFs verloren im selben Zeitraum 319 Millionen Dollar durch Abflüsse.
Die kumulierten Nettozuflüsse in XRP-ETFs liegen damit bei 1,44 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass institutionelle Anleger das Bild prägen. Die SEC hat zudem den T. Rowe Price Active Crypto ETF für die NYSE Arca zugelassen — das Produkt darf XRP halten.
Ripple baut auf KI und Unternehmensinfrastruktur
Ripple hat das XRPL AI Starter Kit gestartet. Das Toolkit erlaubt KI-Systemen, eigenständig Zahlungen in XRP und dem Stablecoin RLUSD über das x402-Protokoll auszuführen. Die Integration mit KI-Plattformen wie Claude und Cursor ist bereits vorgesehen.
Das Ziel: XRP und RLUSD als Standardwerkzeuge für Maschine-zu-Maschine-Transaktionen zu etablieren. Damit greift Ripple direkt die Dominanz von USDC im x402-Ökosystem an. CEO Brad Garlinghouse peilt für Ende 2026 eine Umsatzlaufrate von einer Milliarde Dollar an — ohne die eigenen XRP-Bestände einzurechnen.
Unternehmenskäufe und Netzwerk-Upgrade
Das Energieunternehmen VivoPower kaufte am Samstag XRP im Wert von 100 Millionen Dollar über BitGo OTC. Finanziert wurde der Kauf durch eine saudische Privatplatzierung über 121 Millionen Dollar.
Auf technischer Seite steht am Sonntag das Ledger-Upgrade auf Version 3.2.0 an. Es soll den Serverspeicherbedarf um 30 bis 40 Prozent senken. Parallel beantragt Ripple bei der US-Notenbank einen Master Account, um direkten Zugang zu föderalen Zahlungssystemen zu erhalten.
Regulierung als nächster Katalysator
Der CLARITY Act passierte den Bankenausschuss des US-Senats im Mai mit 15 zu 9 Stimmen. Eine Abstimmung im Plenum steht noch aus. Befürworter rechnen mit einer Einigung vor der Sommerpause im August — was XRP als Teil der US-Finanzinfrastruktur regulatorisch absichern würde.
Der RSI liegt bei 35,8 und zeigt überverkaufte Bedingungen. Ob die Kombination aus institutionellen Zuflüssen, Unternehmensadoption und regulatorischem Rückenwind reicht, um den Kurs aus dem Bereich nahe dem Jahrestief zu lösen, wird sich spätestens nach einer möglichen Senatsabstimmung zeigen.
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