Der breite Kryptomarkt blutet. Bitcoin und Ethereum verzeichnen massive Abflüsse. Bei XRP zeigt sich ein völlig anderes Bild. Hier sammeln institutionelle Investoren den Token gezielt ein.

Gegen den Markttrend

Spot XRP ETFs verzeichnen seit acht Wochen durchgehend Nettomittelzuflüsse. Bis Ende Juni sammelten diese Fonds rund 1,47 Milliarden US-Dollar ein. Allein im vergangenen Monat flossen knapp 60 Millionen US-Dollar zu. Das ist bemerkenswert.

Parallel dazu zogen Anleger bei Bitcoin-ETFs über vier Milliarden US-Dollar ab. Ethereum-Fonds verloren rund 529 Millionen US-Dollar. Analysten werten das als klares Signal. Profis kaufen XRP in der aktuellen Schwächephase gezielt auf.

Die Freigabe-Routine

Gestern vollzog Ripple seine routinemäßige Freigabe. Das Unternehmen entkoppelte eine Milliarde XRP-Token aus dem Treuhandkonto. Diese Menge entspricht beim aktuellen Kurs von 1,06 US-Dollar gut einer Milliarde Dollar.

Nach bewährtem Muster sperrte Ripple den Großteil sofort wieder ein. Unterm Strich wanderten lediglich rund 250 Millionen frische Token in den freien Handel. Aktuell liegen noch etwa 38 Milliarden XRP in den Treuhandkonten. Beim aktuellen Tempo reicht dieser Puffer für weitere neun Jahre.

Netzwerk wächst, Spekulation weicht

Die fundamentale Nutzung zieht spürbar an. Vor wenigen Tagen registrierte das XRP-Ledger fast 5.000 neue Wallets. Das markiert das stärkste tägliche Wachstum seit drei Monaten.

Obendrein erreichten die großen Adressen mit mindestens 10.000 Token einen neuen Rekordwert. Ferner sinken die verfügbaren Bestände auf den Kryptobörsen deutlich. Investoren lagern ihre Coins offensichtlich langfristig aus.

Die Preisentwicklung zeichnet jedoch ein hartes Bild. Auf Monatssicht verlor XRP gut 18 Prozent an Wert. Der Token notiert nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief.

Ein massiver Abbau von Hebelpositionen begleitete diesen Absturz. Das offene Interesse kollabierte von 1,3 Milliarden auf unter 150 Millionen US-Dollar. Spekulanten haben den Markt verlassen.

Der Markt ist nun technisch bereinigt. Der RSI steht bei knapp 37 und signalisiert einen nahezu überverkauften Markt. Die erste Hürde für Käufer liegt bei 1,08 US-Dollar. Bricht hingegen die psychologische Unterstützung von einem US-Dollar, droht ein direkter Test der 0,80-Dollar-Zone.