XRP notiert bei 1,47 US-Dollar und hat auf Wochensicht rund 48 Prozent zugelegt. Hinter dem Kurssprung steht eine Verdichtung institutioneller Aktivität rund um Ripple und die XRP Ledger, die weit über spekulative Nachfrage hinausgeht.
Großanleger stocken massiv auf
Auf der Blockchain zeigt sich ein auffälliges Muster: Adressen mit Beständen zwischen einer und zehn Millionen XRP haben binnen einer Woche etwa 380 Millionen Token zugekauft. Ihre gemeinsamen Bestände liegen damit inzwischen bei 16,36 Milliarden XRP.
Solche Zukäufe in dieser Größenordnung deuten auf ein wachsendes Vertrauen professioneller Marktteilnehmer in die mittelfristige Kursentwicklung hin – parallel zu den Kapitalzuflüssen über die neu zugelassenen US-Spot-ETFs, die zuletzt an einem einzelnen Handelstag zusammengenommen 18,38 Millionen US-Dollar einsammelten, davon allein 16,89 Millionen US-Dollar über den Bitwise-Fonds.
Die Kaufwelle fällt zeitlich mit einer Reihe regulatorischer Fortschritte zusammen. Am vergangenen Mittwoch trafen sich Ripple-Chef Brad Garlinghouse und SEC-Chairman Paul Atkins bei einem Krypto-Gipfel im Weißen Haus, um über den CLARITY Act zu sprechen – ein Gesetzesvorhaben, das XRP künftig als digitales Gut unter Aufsicht der CFTC einordnen würde.
Eine Abstimmung im US-Senat wird für Mitte September erwartet. Ergänzend hat die SEC bereits am 18. August mit „Regulation Crypto Assets“ einen Rahmen vorgeschlagen, der Token unter bestimmten Bedingungen aus der Wertpapiereinstufung entlassen soll; die öffentliche Kommentierungsfrist läuft bis zum 20. Oktober.
Ripple baut Finanzinfrastruktur aus
Neben der regulatorischen Entwicklung treibt Ripple den Ausbau seiner institutionellen Sparte voran. Die Prime-Brokerage-Einheit Ripple Prime schloss am Sonntag eine Anleiheemission über 275 Millionen US-Dollar ab, die von der Ratingagentur KBRA mit BBB bewertet wurde.
Das Kapital soll die Expansion in US-Finanzdienstleistungen finanzieren, darunter Multi-Asset-Clearing. Zusätzlich hat der Credit Manager Cicada Partners einen institutionellen Kreditfonds auf der XRP Ledger gestartet, der Betriebsmittelkredite in RLUSD an Fintech- und Zahlungsdienstleister vergibt – Ripple selbst tritt dabei als Limited Partner auf.
Der eigene Stablecoin RLUSD hat inzwischen die Marke von 2 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung überschritten, wovon rund 1 Milliarde nativ auf der XRP Ledger zirkuliert. Auf dem Netzwerk selbst wächst zudem die Zahl automatisierter Liquiditätspools: Mehr als 1.850 AMM-Pools sind aktiv, knapp ein Drittel davon nutzt RLUSD als Basiswährung.
Kehrseite: sinkende Netzwerkeinnahmen
Nicht alle Signale sind eindeutig positiv. Der Emittent 21Shares berichtete, dass die Netzwerkeinnahmen der XRP Ledger im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 81 Prozent im Jahresvergleich eingebrochen sind, bedingt durch rückläufige AMM-Swap-Gebühren und NFT-Lizenzeinnahmen – trotz eines Abwicklungsvolumens von fast 160 Milliarden US-Dollar.
Diese Diskrepanz zwischen hohem Transaktionsvolumen und schrumpfenden Gebühreneinnahmen wirft Fragen zur langfristigen Monetarisierung des Netzwerks auf, auch wenn sie die kurzfristige Kursdynamik bislang nicht gebremst hat.
Garlinghouse hatte zuvor offengelegt, dass Ripple über vier Jahre hinweg rund 150 Millionen US-Dollar an Anwaltskosten für die Verteidigung gegen die im August 2025 abgeschlossene SEC-Klage aufgewendet hat.
Mit dem juristischen Rückenwind aus dem Klageabschluss und der nun angestrebten regulatorischen Klarheit durch CLARITY Act und „Regulation Crypto Assets“ positioniert sich Ripple sichtbar für eine Phase institutioneller Konsolidierung – während der Markt mit deutlichen Zuflüssen und Whale-Käufen bereits vorwegzunehmen scheint, dass diese Weichenstellungen zugunsten von XRP ausfallen.
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