Nach Wochen schwacher Mittelzuflüsse zeigen die US-amerikanischen Spot-XRP-ETFs wieder Lebenszeichen. Am 18. August verzeichneten die Fonds netto rund 5,81 Millionen US-Dollar an Zuflüssen, angeführt von Bitwise, während auch Grayscale und Franklin Kapital einsammelten. Medienberichten zufolge gilt diese wiederauflebende ETF-Nachfrage als wichtigste Stütze für die jüngste Kursbewegung von XRP.
Der Befund fällt in eine Phase, in der die Anlegerstimmung zuvor deutlich abgekühlt war. In der Woche bis zum 8. August waren lediglich 1,01 Millionen Dollar in die Fonds geflossen – ein massiver Einbruch gegenüber den 14,86 Millionen Dollar der Vorwoche.
Kurz darauf fiel XRP erstmals seit Jahren unter die Marke von einem Dollar, mit einem Tiefstand von 0,9915 Dollar am 11. August, bevor sich der Kurs rasch wieder auf rund 1,01 Dollar erholte. Die aktuelle Rückkehr der Zuflüsse deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger nach diesem Rücksetzer erneut Vertrauen fassen.
Große Wallets bauen Positionen auf
Parallel zur ETF-Erholung zeigen On-Chain-Daten, dass große XRP-Wallets innerhalb einer Woche rund 380 Millionen Token akkumuliert haben. Diese Beobachtung fällt zeitlich mit einem Auftritt von Ripple-CEO Brad Garlinghouse beim Wyoming Blockchain Symposium am 18. August zusammen, bei dem er gemeinsam mit SEC-Chairman Paul Atkins auf der Bühne stand.
Ein solches gemeinsames Auftreten von Ripple-Führung und Aufsichtsspitze wird von Marktbeobachtern als Signal für ein entspannteres regulatorisches Klima gewertet.
Nicht jede Bewegung großer Bestände lässt sich jedoch als reines Akkumulationssignal lesen. Am 13. August transferierte Ripple 50 Millionen XRP im Wert von rund 50,5 Millionen Dollar an eine unbekannte Wallet, wovon später eine Million Token an Binance weiterbewegt wurden. Solche Transfers sind bei Ripple keine Seltenheit und lassen sich nicht automatisch als Verkaufsdruck deuten, sorgen aber regelmäßig für Diskussionen unter Anlegern.
Expansion im Zahlungsgeschäft
Auf der Geschäftsseite baut Ripple sein grenzüberschreitendes Zahlungsnetzwerk weiter aus. Mit Jeonbuk Bank hat das Unternehmen am 18. August das erste regionale Kreditinstitut Südkoreas als Ripple-Payments-Kunden gewonnen. Ob XRP dabei tatsächlich als Abwicklungs-Asset zum Einsatz kommt, haben beide Seiten nicht offengelegt – die Partnerschaft selbst unterstreicht aber Ripples Bemühen, seine Infrastruktur in Asien zu verankern.
Ein zuvor als möglicher kurzfristiger Katalysator gehandelter Termin ist dagegen weggefallen: Die US-Börsenaufsicht SEC strich am 14. August ihr geplantes offenes Meeting zur Krypto-Regulierung ersatzlos, was von XRP-Händlern beobachtete politische Impulse vorerst entfallen lässt.
Kurschart bleibt angespannt
Der aktuelle Kurs von 1,51 US-Dollar liegt binnen sieben Tagen um 51 Prozent höher, seit Jahresbeginn steht XRP aber weiterhin mit 18 Prozent im Minus.
Der Relative-Stärke-Index von 85,3 signalisiert eine stark überkaufte Marktlage, was nach der jüngsten Rally erhöhte Rückschlaggefahr mit sich bringt. Anleger dürften die kommenden ETF-Flow-Daten daher genau beobachten, um zu prüfen, ob die institutionelle Nachfrage die Kursgewinne weiter tragen kann.
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