XRP: CLARITY Act vor Senatsvotum

Der CLARITY Act könnte XRP per Bundesgesetz legitimieren, doch die Zeit für eine Abstimmung im Senat wird knapp.

XRP Aktie
Kurz & knapp:
  • CLARITY Act wartet auf Senatsabstimmung
  • XRP-Kurs seit Jahresbeginn um 38 Prozent gefallen
  • ETF-Zuflüsse trotz Kursschwäche stabil
  • Infrastruktur wächst unabhängig vom Kurs

Ein Gesetz könnte XRP endgültig legitimieren – oder die Kryptowährung für Jahre in eine Sackgasse manövrieren. Der CLARITY Act steht zur Abstimmung im US-Senat. Noch ist offen, ob es rechtzeitig klappt.

Das Gesetz, auf das alle warten

Seit März 2026 gilt XRP offiziell als Digital Commodity. Die SEC und die CFTC haben das gemeinsam festgelegt. Endlich Schluss mit der jahrelangen Rechtsunsicherheit.

Doch der Kurs fällt trotzdem. Von 1,84 Dollar zum Jahreswechsel auf aktuell 1,17 Dollar – ein Minus von 37,8 Prozent seit Jahresbeginn. Allein in den letzten sieben Tagen verlor XRP 11 Prozent.

Der Grund: Die Einstufung von März ist nur eine behördliche Richtlinie. Der CLARITY Act würde sie zum Bundesgesetz machen. Institutionelle Anleger brauchen diese gesetzliche Sicherheit, bevor sie große Summen bewegen.

Der Gesetzesentwurf passierte den Bankenausschuss des Senats am 14. Mai mit 15 zu 9 Stimmen. Seit 1. Juni liegt er auf der Legislativkalender – bereit für die Abstimmung im Plenum. Nur: Ein Termin fehlt noch.

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Die Zeit läuft

Die Hürde ist hoch. Für die Überwindung des Filibusters sind 60 Stimmen nötig. Das Weiße Haus peilt den 4. Juli an. Doch republikanische Senatoren rechnen inzwischen mit einer Abstimmung erst nach diesem Datum.

Die Märkte werden skeptischer. Auf Polymarket fiel die Eintrittswahrscheinlichkeit von 68 auf 55 Prozent. Galaxy Digital senkte seine Prognose am 5. Juni von 75 auf 60 Prozent. Grund: Der Zeitplan im Senat ist voll – Debatten über FISA-Abhörbefugnisse fressen die Zeit.

Senatorin Lummis warnte bereits: Verpasst der CLARITY Act das August-Fenster, verschiebt sich die nächste Chance auf 2030. Für XRP wäre das ein harter Schlag.

ETF-Zuflüsse als Lichtblick

Ein Detail fällt aus dem Muster: Die institutionelle Nachfrage über XRP-ETFs reißt nicht ab. Seit dem Start im November 2025 flossen kumuliert 1,43 Milliarden Dollar in die Produkte. Der Mai stellte mit 131,94 Millionen Dollar einen Monatsrekord auf.

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Selbst in der vergangenen Woche, als Bitcoin-ETFs 13 Tage lang Abflüsse sahen, sammelten XRP-ETFs 3,83 Millionen Dollar ein. Das spricht für Anleger, die trotz fallender Kurse an ihrer Position festhalten.

Das Gesamtbild bleibt angespannt. Bitcoin verlor in 30 Tagen 25,5 Prozent. Die gesamte Kryptomarktkapitalisierung testet die Zwei-Billionen-Dollar-Marke. Der Juni brachte eine brutale Neubewertung, die die Mai-Gewinne in fünf Tagen auslöschte. XRP gab dabei 17 Prozent nach.

Was schon steht

Die Infrastruktur wächst unabhängig vom Kurs. RippleNet verbindet über 300 Finanzinstitute. Die treuhänderische Banklizenz der OCC ist seit April aktiv. Bankpartnerschaften in Europa und den VAE laufen. RLUSD operiert unter dualer Aufsicht. Auf dem XRP Ledger sind 474 Millionen Dollar an Real-World-Assets tokenisiert.

Standard Chartered rechnet mit vier bis acht Milliarden Dollar zusätzlichen ETF-Zuflüssen – falls der CLARITY Act durchkommt.

Die volle Senatsabstimmung, noch nicht terminiert, bleibt der entscheidende Moment. Verpasst das Gesetz die August-Frist, verliert XRP seinen wichtigsten Kurstreiber. Der institutionelle Appetit ist da. Die Zeit dagegen wird knapp.

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