Starke Zuflüsse auf der einen Seite, ein schwächelnder Kurs auf der anderen. Bei XRP klaffen institutionelles Interesse und Marktrealität derzeit weit auseinander. Ein neues US-Gesetz ändert gerade die Spielregeln für die Kryptowährung.

Der sogenannte CLARITY Act steht kurz vor der Verabschiedung. Das Gesetz stuft XRP offiziell als digitale Ware ein. Damit fällt eine juristische Hürde, die große Investoren lange abschreckte. Die Folge: Im ersten Halbjahr 2026 flossen über 1,4 Milliarden US-Dollar in XRP-ETFs. Fondsmanager können die Produkte nun ohne ständige Angst vor Regulierungsbehörden anbieten.

Der Bankenausschuss des US-Senats billigte den Entwurf bereits Mitte Mai. Die Abstimmung endete mit einer klaren Mehrheit. Beobachter rechnen nun mit einer Unterschrift der Regierung bis Anfang Juli. Das schafft ein stabiles Umfeld für den Token.

Technische Stolpersteine

Abseits der Politik kämpft das Netzwerk mit technischen Problemen. Mitte Juni spielte das Entwicklerteam eine neue Server-Software auf. Das Update soll den Speicherbedarf der Knotenpunkte um bis zu 40 Prozent senken. Allerdings melden Nutzer seitdem Synchronisationsfehler und Konfigurationsprobleme. Die Akzeptanz der neuen Version im Netzwerk stagniert aktuell bei rund 26 Prozent.

Diese gemischte Nachrichtenlage spiegelt sich im Kurs wider. XRP notiert derzeit bei rund 1,15 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Token fast 39 Prozent an Wert verloren. Parallel dazu trennten sich Großinvestoren Mitte Juni von einem zweistelligen Millionenbetrag an Token.

Trotz des Preisdrucks wächst die Aktivität auf der Blockchain. Die Menge der als Gebühr verbrannten Token stieg zuletzt spürbar an. Der nächste entscheidende Termin für XRP fällt nun auf Anfang Juli. Unterschreibt die US-Regierung das Gesetz wie geplant, hat der Token auf dem US-Markt endgültig rechtliche Sicherheit.