Ripple hat heute den Start seines Stablecoins RLUSD auf Coinbase Exchange, Coinbase Prime und in der Coinbase-App bekanntgegeben. Die Integration erweitert den Zugang zu RLUSD und unterstützt auch den XRP Ledger. Für XRP-Anleger ist die Abgrenzung entscheidend: Die Meldung betrifft den Stablecoin, nicht eine neue XRP-Notierung. Gleichzeitig ist das Zahlungsvolumen auf dem Ledger heute deutlich zurückgegangen.

Coinbase öffnet weitere Zugänge

Nach Angaben von Ripple unterstützt Coinbase Ein- und Auszahlungen von RLUSD über den XRP Ledger, Base und Ethereum. Damit umfasst die Integration sowohl Angebote für institutionelle Kunden als auch die Privatkunden-App.

Die Nachricht betrifft somit den Zugang zu RLUSD über mehrere Netzwerke. Sie ist nicht mit einer ausschließlich auf den XRP Ledger ausgerichteten Erweiterung gleichzusetzen. Ebenso wenig belegt die Integration für sich genommen zusätzliche XRP-Käufe. Stablecoin-Verfügbarkeit und Nachfrage nach XRP sind unterschiedliche Größen.

Auch am Markt steht der Ausbau des Angebots bislang keiner steigenden XRP-Notierung gegenüber. XRP notiert bei 1,31 USD und damit zum Tagesvergleich im Minus. Eine eindeutige Ursache für die Kursbewegung lässt sich daraus nicht ableiten.

Zahlungsvolumen fällt nach kurzem Anstieg

Medienberichten zufolge sank das Zahlungsvolumen auf dem XRP Ledger heute um 45,1% auf ungefähr 200,8 Millionen XRP. Gestern hatte es noch bei nahezu 366 Millionen XRP gelegen.

Der Rückgang relativiert den vorherigen Anstieg. Er widerlegt allerdings weder die angekündigten Integrationen noch deren mögliche spätere Nutzung. Umgekehrt sind neue Partnerschaften kein Beleg dafür, dass das Zahlungsvolumen bereits dauerhaft wächst. Für die Einordnung zählt deshalb neben der Verfügbarkeit neuer Angebote auch deren tatsächliche Verwendung.

Wie wichtig diese Unterscheidung ist, zeigt eine Analyse von Bitquery vom 20. Oktober. Demnach entfielen über einen Zeitraum von 30 Tagen insgesamt 99,6% der RLUSD-Zahlungen auf dem XRP Ledger auf eine kleine Gruppe von Wallets.

Bitquery konnte nicht feststellen, wer diese Wallets betrieb. Die starke Konzentration schränkt die Aussagekraft einer hohen Transaktionszahl als Beleg für eine breit verteilte Nutzung ein.

Handelsfinanzierung bleibt ein Vorhaben

Zusätzliche Anwendungen sollen aus der gestern angekündigten Initiative von Ripple und C2FO entstehen. Geplant ist, Finanzierungs- und Abwicklungsaktivitäten für C2FO Instant Pay auf den XRP Ledger zu bringen. Die Abwicklung soll mit RLUSD erfolgen.

Teilnehmende Kapitalgeber sollen Zahlungen gegen genehmigte Rechnungen finanzieren. Lieferanten sollen ihr Geld innerhalb von Sekunden erhalten. Die Unternehmen beschrieben jedoch eine Initiative, keinen bereits breit eingeführten Dienst.

Für XRP ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Der Zugang zu Anwendungen auf dem Ledger wächst, während die jüngsten Zahlungsdaten schwanken. Die Coinbase-Integration ist ein konkreter Fortschritt für die Verfügbarkeit von RLUSD. Ob daraus eine dauerhaft breitere Ledger-Nutzung entsteht, ist damit noch nicht belegt.