XRP notiert bei 1,09 US-Dollar und damit knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar. Der Token konsolidiert sich seit Wochen in einer engen Spanne. Interessanter als der Kurs selbst ist aber, was gerade hinter den Kulissen passiert: Die institutionelle Nachfrage über Spot-ETFs ist praktisch versiegt.
Im Juli flossen nur noch rund 12,4 Millionen Dollar in die XRP-ETFs. Das ist ein deutlicher Bruch mit dem Muster der vergangenen Monate. Seit ihrem Start haben diese Fonds insgesamt etwa 1,48 Milliarden Dollar eingesammelt – und weil sie den Token physisch halten, musste jeder investierte Dollar tatsächlich XRP am Markt kaufen. Genau dieser Kaufdruck ist jetzt fast zum Erliegen gekommen.
Warum die ETF-Flaute zählt
Spot-ETFs galten bislang als einer der wenigen Kanäle, die echte Nachfrage nach dem Token selbst erzeugen. Anders als reine Kursspekulation führt jeder ETF-Zufluss zu einem realen Kauf am offenen Markt. Fällt dieser Mechanismus aus, verschwindet eine der klareren Stützen für den Preis.
Auch das Interesse von Privatanlegern hat spürbar nachgelassen. Die Suchanfragen zu XRP sind zurückgegangen, parallel zur schwächelnden ETF-Nachfrage. Das Ergebnis: Ein technisch eigentlich konstruktives Chartbild trifft auf eine deutlich dünnere Liquiditätsbasis.
Charttechnik zwischen Ausbruch und Rückfall
Auf der Kursseite bleibt die Lage zweigeteilt. Ein bestätigter Tagesschluss über 1,15 Dollar würde ein klassisches Cup-and-Handle-Muster auslösen, mit ersten Kurszielen bei 1,18 und 1,21 Dollar. Scheitert der Ausbruch, bleibt XRP zwischen 1,10 und 1,15 Dollar gefangen.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,11 Dollar, nur knapp über dem aktuellen Kurs von 1,09 Dollar. Das zeigt: Der Token bewegt sich derzeit direkt an einer wichtigen Trendlinie, ohne klare Richtung nach oben oder unten.
Ripple baut das Geschäft trotzdem aus
Während die ETF-Flüsse schwächeln, wächst das operative Geschäft von Ripple weiter. Der neue Dienst Ripple Mint erlaubt institutionellen Kunden, den eigenen Stablecoin RLUSD zu prägen und zu verwalten. RLUSD hat mittlerweile eine Zirkulation von rund 1,51 Milliarden Dollar erreicht.
Zusätzlich hat Ripple in Europa eine vollständige Lizenz als Krypto-Dienstleister erhalten. Damit kann das Unternehmen regulierte Dienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Diese regulatorische Absicherung fällt in eine Phase, in der die Marktstimmung für den Token selbst eher gedämpft ist.
Die Kluft zwischen Ripples operativem Fortschritt und der Marktnachfrage nach dem Token wird damit größer, nicht kleiner. Analysten sehen den nächsten Kurstreiber vor allem darin, ob die ETF-Zuflüsse wieder anziehen und wie schnell reale Anwendungen auf der XRP Ledger – etwa Stablecoin-Zahlungen oder Mikrotransaktionen für KI-Agenten – an Transaktionsvolumen gewinnen. Bis dahin dürfte sich der Kurs stärker an der allgemeinen Risikostimmung und technischen Marken orientieren als an den Fortschritten aus dem Ripple-Geschäft selbst.
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