Die Nachfrage institutioneller Anleger nach XRP über börsengehandelte Fonds ist in der vergangenen Woche drastisch abgeflaut. Für die Woche bis zum 8. August verzeichneten die US-Spot-XRP-ETFs nur noch netto 1,01 Millionen Dollar an Zuflüssen, nach 14,86 Millionen Dollar in der Woche zuvor.

Der Rückgang wirft die Frage auf, ob der jüngste Kursanstieg von XRP tatsächlich noch von frischem institutionellem Kapital getragen wird oder inzwischen andere Kräfte den Ausschlag geben.

Der Kurs selbst zeigt sich davon zunächst unbeeindruckt: XRP notiert bei 1,48 Dollar und liegt damit 34 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,11 Dollar – ein Zeichen dafür, dass die Rally der vergangenen Wochen noch nicht vollständig verdaut ist. Am heutigen Dienstag gibt die Kryptowährung um 2,5 Prozent nach, nachdem sie zuvor kräftig zugelegt hatte.

Woher die Rally wirklich kam

Statt aus ETF-Zuflüssen scheint der jüngste Schub eher aus anderen Quellen zu stammen. Am 22. August trieben eine Ausweitung der Anleihenrückkäufe des US-Finanzministeriums sowie Zwangsliquidationen von Short-Positionen die Kryptopreise breit nach oben – ein marktweiter Effekt, der XRP mitzog, ohne spezifisch auf die Kryptowährung gemünzt zu sein.

Parallel dazu meldeten Marktbeobachter, dass Großanleger binnen einer Woche rund 380 Millionen XRP akkumulierten, gestützt durch Abflüsse von Börsen, die typischerweise auf langfristiges Halten statt kurzfristigen Handel hindeuten.

Auf der institutionellen Seite bleibt die Struktur der sieben Spot-XRP-Fonds bemerkenswert: Sie hielten laut Berichten bis zum 23. August zusammen mehr als eine Milliarde XRP, wobei Goldman Sachs als größter offengelegter Halter identifiziert wurde.

Diese Bestandsgröße zeigt, dass trotz der schwachen wöchentlichen Zuflüsse bereits erhebliches Kapital gebunden ist – die Flaute betrifft eher das Tempo neuer Investitionen als den bestehenden Bestand.

Ripple treibt Geschäft jenseits des Tokens voran

Während die ETF-Dynamik schwächelt, entwickelt sich das Ripple-Ökosystem auf anderen Feldern weiter. Der Dollar-Stablecoin RLUSD überschritt nach Medienberichten die Marke von 2 Milliarden Dollar im Umlauf, wobei der Großteil der neuen Ausgabe auf Ethereum stattfand statt auf dem XRP Ledger selbst.

Zudem schloss die Ripple-Sparte Ripple Prime am 18. August eine Anleiheemission über 275 Millionen Dollar ab, die das institutionelle Finanzgeschäft des Unternehmens finanzieren soll.

Auf regulatorischer Seite bleibt die Lage vorerst unverändert: Ripple-CEO Brad Garlinghouse trat am 18. August beim Wyoming Blockchain Symposium gemeinsam mit SEC-Chef Paul Atkins auf, was Markterwartungen auf mehr regulatorische Klarheit für XRP nährte, ohne dass daraus bereits konkrete Beschlüsse folgten.

Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab, in dem die kurzfristige Kursbewegung von XRP zunehmend von makroökonomischen Faktoren und Großanleger-Akkumulation getragen wird, während das originäre institutionelle ETF-Interesse an Schwung verliert. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob sich die Zuflüsse in den kommenden Wochen wieder beleben oder ob die Rally allein auf Liquidationsdynamik und Whale-Käufen ruht.