XRP: Fed-Prüfung bis September

Zwei Gesetzesinitiativen und eine Executive Order könnten XRP als Rohstoff etablieren und den Fed-Zugang für Ripple öffnen.

XRP Aktie
Kurz & knapp:
  • Fed prüft Krypto-Zugang zu Zahlungssystemen
  • Senat ebnet Weg für XRP als Rohstoff
  • Whale-Transaktionen brechen um 57 Prozent ein
  • Netto-Abflüsse von Börsen steigen deutlich

Zwei Gesetzesinitiativen, ein Executive Order und ein Kurs, der seit Jahresbeginn fast 30 Prozent verloren hat — XRP steckt mitten in einer regulatorischen Weichenstellung, deren Ausgang die Kryptowährung grundlegend neu positionieren könnte.

Fed-Zugang rückt in greifbare Nähe

Am 19. Mai unterzeichnete Präsident Trump eine Executive Order, die der Federal Reserve eine 120-tägige Prüfung auferlegt: Sollen Nicht-Banken und Unternehmen aus dem Kryptobereich direkten Zugang zu den Zahlungssystemen der Fed erhalten? Für Ripple, das Blockchain-Unternehmen hinter XRP, wäre das ein Durchbruch. Das Unternehmen hat bereits Anträge auf eine nationale Trust-Bank-Lizenz und ein Fed-Masterkonto gestellt. Werden diese genehmigt, verändert sich die Rolle von XRP im US-Finanzsystem fundamental.

Die Fed ist verpflichtet, vollständige Anträge innerhalb von 90 Tagen zu bescheiden. Reicht Ripple bis Ende Juni einen kompletten Antrag ein, könnte eine Entscheidung bereits Ende September fallen. Der Markt reagierte auf die Ankündigung der Executive Order prompt: XRP legte am Folgetag rund 6 Prozent zu.

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Commodity-Status als regulatorischer Befreiungsschlag

Parallel dazu hat der US-Senat-Bankenausschuss am 14. Mai den Digital Asset Market Clarity Act mit parteiübergreifender Mehrheit gebilligt und damit den Weg für eine vollständige Senatsentscheidung geebnet. Das Gesetz zielt darauf ab, XRP ausdrücklich als Rohstoff unter US-Bundesrecht einzustufen — und nicht als Wertpapier.

Diese Klassifizierung hätte weitreichende Folgen. Regulatorische Unsicherheiten, die XRP jahrelang belastet haben, würden wegfallen. Analysten erwarten, dass das institutionelle Kapital in Spot-ETFs auf XRP dann deutlich stärker fließen könnte. Bis Anfang März 2026 verzeichneten fünf Spot-XRP-ETF-Produkte bereits kumulierte Zuflüsse von rund 1,5 Milliarden Dollar — womit XRP zur drittgrößten Einzel-Asset-Krypto-ETF-Kategorie aufgestiegen ist.

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Volatilität durch Gerüchte, Stabilität durch Fundamentaldaten

Nicht jede Kursbewegung hatte zuletzt fundamentale Gründe. Anfang vergangener Woche sorgten Gerüchte über eine XRP-Integration ins PlayStation Network für einen Kursanstieg von rund 8 Prozent — bis Sony Interactive Entertainment am 25. Mai offiziell dementierte, irgendwelche Pläne für eine Einbindung von XRP oder anderen Kryptowährungen zu haben. Der Kurs korrigierte daraufhin scharf.

Auf der Blockchain selbst zeigt sich ein gemischtes Bild. Whale-Transaktionen über einer Million Dollar brachen innerhalb von neun Handelssitzungen um 57 Prozent ein — ein Zeichen für nachlassende Volatilität. Gleichzeitig stiegen die Netto-Abflüsse von Börsen von minus 7,1 Millionen XRP Mitte Mai auf minus 29,3 Millionen XRP am 24. Mai, was auf wachsenden Kaufdruck oder verstärkte Bewegung in Self-Custody hindeuten kann.

Aktuell notiert XRP bei 1,34 Dollar und damit rund 20 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,56 Dollar ist die Kryptowährung noch weit entfernt. Am 27. Mai steht die Aktivierung des Netzwerk-Upgrades rippled v3.1.3 an — ein Wartungsschritt, der die Stabilität des XRP Ledgers weiter festigen soll.

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