XRP klebt an der Marke von 1,10 US-Dollar, während im US-Senat die Uhr tickt. Bis zum 7. August muss das Repräsentantenhaus über den CLARITY Act entscheiden, das Gesetz zur Marktstruktur für Kryptowährungen. Scheitert die Abstimmung vor der Sommerpause, könnte sich die Klärung von XRPs Rechtsstatus um Jahre verzögern.
Enge Mehrheit im Senat
Die Zustimmungswahrscheinlichkeit an Prognosemärkten ist zuletzt auf etwa 43 Prozent gefallen. Noch vor wenigen Wochen herrschte deutlich mehr Zuversicht. Der Grund liegt in der Rechenarithmetik: Für die nötigen 60 Stimmen reichen die 53 Sitze der Republikaner nicht aus.
Zwei Senatoren, Josh Hawley und Rand Paul, gelten als sichere Gegenstimmen. Damit sinkt die Basis auf 51 Stimmen. Sieben bis neun demokratische Senatoren müssten überlaufen, aktuell stehen erst zwei fest.
Drei ungelöste Streitpunkte halten den Rest fern. Einer davon betrifft die eigenen Krypto-Geschäfte von Präsident Trump.
Warum der 17. Juli zählt
Eine Anhörung im Repräsentantenhaus an diesem Datum soll zeigen, ob sich die zentralen Streitfragen auflösen lassen. Entscheidend wird sein, ob die Senatsführung überhaupt eine Abstimmung im Plenum ansetzt. Bleibt in der letzten Juliwoche ein Termin aus, wäre das ein klares Warnsignal für eine Verabschiebung ins Jahr 2026.
Für XRP hängt daran mehr als nur Symbolik. Der CLARITY Act würde den Status als Rohstoff dauerhaft im US-Recht verankern. Aktuell gilt dieser Status nur durch ein Gerichtsurteil, das eine künftige Regierung wieder kippen könnte.
Banken bauen kein Geschäft auf einem Vermögenswert auf, dessen rechtliche Basis in wenigen Jahren wieder wackeln kann. Erst eine gesetzliche Festschreibung würde die Verwahrgeschäfte und Partnerschaften, die Ripple derzeit abschließt, in verlässliche Nachfrage nach dem Token verwandeln.
Kursverlauf spiegelt Stillstand
Der Token hat die Marke von 1 US-Dollar den ganzen Sommer über verteidigt. Trotz spürbar positiver Nachrichten kommt XRP aus dieser Spanne nicht heraus. ETF-Zuflüsse laufen stabil, die Bestände großer Wallets haben sich verdreifacht, die lange juristische Unsicherheit ist beseitigt – der Kurs bewegt sich trotzdem kaum.
Die Zahlen unterstreichen diesen Stillstand. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 41,38 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 62,77 Prozent. Vom Rekordhoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 trennen den Token aktuell rund 70 Prozent.
Gleichzeitig liegt der aktuelle Kurs nur 8,70 Prozent über dem jüngsten Jahrestief von 1,01 Dollar, erreicht erst Ende Juni. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt bei 1,15 Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,44 Dollar zeigen: XRP handelt klar unter seinen mittelfristigen Trendlinien. Ein RSI von 47,3 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauftsignale – der Markt wartet ab.
Forbes hat XRP in seiner Juli-Rangliste der zehn besten Kryptowährungen dennoch auf Platz vier hinter Bitcoin, Ethereum und BNB geführt. Die Einstufung stützt sich auf reale Nutzung, Marktgröße und Handelsaktivität.
Zwei Szenarien, eine Frist
Kommt der Gesetzentwurf in den kommenden Wochen tatsächlich voran, könnte das nach Einschätzung von Marktbeobachtern die Widerstandszone bei 1,20 Dollar durchbrechen und den Weg zu 1,30 Dollar sowie später 1,50 bis 1,65 Dollar öffnen. Der dünne frei handelbare Bestand an Token würde einen solchen Ausbruch zusätzlich verstärken.
Bleibt der politische Durchbruch aus, dürfte sich das bekannte Bild fortsetzen: XRP pendelt zwischen der Unterstützung bei 1,00 bis 1,06 Dollar und dem Deckel bei 1,18 bis 1,20 Dollar. Genau diese Enge hat die vergangenen Monate geprägt. Bis zum 7. August entscheidet sich, welches der beiden Szenarien eintritt.
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