Goldman Sachs hat im ersten Quartal 2026 sämtliche XRP-ETF-Positionen vollständig aufgelöst. Ende 2025 war die Bank noch der größte institutionelle Halter dieser Produkte — mit rund 154 Millionen Dollar verteilt auf ETFs von Bitwise, Franklin Templeton, Grayscale und 21Shares. Heute: null.

Was hinter dem Verkauf steckt

Der Rückzug ist Teil einer breiteren Altcoin-Bereinigung. Parallel dazu liquidierte Goldman alle Solana-ETFs und kürzte Ethereum-Bestände um 70 Prozent. Bitcoin blieb davon unberührt — die Position im BlackRock iShares Bitcoin Trust und Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund beläuft sich weiterhin auf rund 700 Millionen Dollar. Das Muster ist eindeutig: Goldman sortiert Altcoins aus, hält aber an Bitcoin fest.

XRP notiert heute bei etwa 1,38 bis 1,39 Dollar — ein Rückgang von knapp zwei Prozent binnen 24 Stunden. Nach einem kurzen Anstieg auf 1,54 Dollar griffen Gewinnmitnahmen, der Kurs glitt unter die 1,40-Dollar-Marke. Als nächste technische Hürde gilt die 1,48-Dollar-Zone, die zuletzt monatelang als Widerstand fungierte.

Regulatorischer Gegenwind — oder Rückenwind?

Während Goldman aussteigt, bewegt sich auf der regulatorischen Seite etwas. Der CLARITY Act passierte am 14. Mai den Bankenausschuss des US-Senats mit 15 zu 9 Stimmen — überparteilich. Das Gesetz würde XRP formal als digitale Ware einstufen. Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung in diesem Jahr bei 73 Prozent.

Standard Chartered hat zwei Szenarien durchgerechnet: Im Basisszenario liegt das Kursziel bei 2,80 Dollar. Falls der CLARITY Act den vollen Senat passiert und die ETF-Zuflüsse zehn Milliarden Dollar erreichen, hält die Bank einen Anstieg auf acht Dollar für möglich. Aktuell verwalten sieben aktive Spot-XRP-ETFs in den USA zusammen rund 1,35 Milliarden Dollar — von zehn Milliarden ist man noch weit entfernt.

Der Goldman-Ausstieg ist ein Dämpfer, kein Urteil. Institutionelle Verwalter, die bisher auf gesetzliche Klarheit warteten, könnten nach einem erfolgreichen CLARITY-Act-Votum zurückkehren. Die entscheidende Abstimmung im Senat steht noch aus.