Ripple baut sein Ökosystem massiv um. Das neue Update des XRP-Ledgers bringt nicht nur technische Effizienz. Der Zahlungsdienstleister vernetzt seine Blockchain direkt mit Künstlicher Intelligenz. Ein neuer Deal mit Mastercard zeigt die Richtung.

KI trifft auf Zahlungsverkehr

Am heutigen Montag aktivierte das Netzwerk das Update v3.2.0. Die Kernsoftware heißt nun xrpld. Das grenzt den Open-Source-Ledger klar vom Unternehmen Ripple ab. Parallel dazu sinkt der Speicherbedarf für Knotenpunkte um 40 Prozent.

Im gleichen Schritt treibt Ripple die Automatisierung voran. Das neue XRPL AI Starter Kit erlaubt autonomen KI-Agenten eigene Finanztransaktionen. Systeme wie Claude oder Cursor greifen direkt auf den Ledger zu. Sie zahlen mit XRP oder dem Stablecoin RLUSD.

Hier kommt Mastercard ins Spiel. Ripple startet als Partner der neuen Maschinen-Zahlungsinitiative des Kreditkartenriesen. Das Ziel: Der XRP-Ledger soll als Abwicklungsschiene für Maschine-zu-Maschine-Zahlungen dienen.

Milliardenziel und ETF-Zuflüsse

Abseits der Technik verfolgt CEO Brad Garlinghouse ehrgeizige Geschäftsziele. Bis Ende 2026 will Ripple eine Milliarde US-Dollar operativen Gewinn erzielen. Verkäufe aus dem eigenen Krypto-Bestand zählen dabei ausdrücklich nicht mit. Der Konzern positioniert sich als reiner Infrastrukturanbieter.

Institutionelle Investoren honorieren diesen Kurs. In der vergangenen Woche verzeichneten XRP-ETFs Nettozuflüsse von über zehn Millionen US-Dollar. Währenddessen erlebten Bitcoin-Fonds massive Abflüsse.

Die kumulierten XRP-Zuflüsse seit November 2025 markieren mit 1,44 Milliarden US-Dollar ein Rekordhoch.

Kursentwicklung und Regulierung

Am Kryptomarkt zeigt sich XRP derweil unbeeindruckt von der operativen Stärke. Der Kurs notiert aktuell bei 1,18 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 37 Prozent auf der Anzeigetafel. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 43 eine neutrale Zone.

Ein Bremsklotz bleibt die US-Regulierung. Der CLARITY Act passierte zwar im Mai den Bankenausschuss des Senats. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten für digitale Vermögenswerte klären.

Allerdings stuft Galaxy Research die Verabschiedung im Jahr 2026 nur noch mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Der volle Terminkalender des Senats verzögert den Prozess.

Langfristig rüstet sich das Netzwerk bereits für die nächste technologische Epoche. Bis 2028 will Ripple den Ledger widerstandsfähig gegen Quantencomputer machen. Entwickler testen aktuell entsprechende kryptografische Verfahren. Gelingt dieser hybride Rollout, sichert Ripple seine Position als Basis für den autonomen KI-Handel ab.