Ripple Prime sitzt jetzt am Tisch mit Goldman Sachs, JPMorgan und BlackRock. Beim DTCC-Arbeitskreis für tokenisierte Wertpapiere gestaltet das Unternehmen künftig globale Standards mit — ein Schritt, der XRP tief in die US-Finanzinfrastruktur verankert. Der Kurs interessiert das kaum: XRP notiert bei 1,11 Dollar und hat in zwölf Monaten mehr als die Hälfte seines Werts verloren.
Ripple Prime im DTCC-Arbeitskreis
Die Depository Trust & Clearing Corporation koordiniert die Entwicklung globaler Standards für die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere. Ripple Prime ist nun offiziell Teil dieser Gruppe. Ab Juli 2026 startet ein Pilotprogramm, das diese Standards erstmals in der Praxis erprobt.
Die Aufnahme bedeutet mehr als symbolische Anerkennung. XRPL-Technologie fließt direkt in Diskussionen ein, die bestimmen, wie digitale Assets künftig in regulierten Märkten abgewickelt werden. Kein anderes Blockchain-Netzwerk sitzt in dieser Runde gleichberechtigt neben den größten Verwahrstellen der Welt.
ETF-Zuflüsse und neue Derivate
Das institutionelle Interesse zeigt sich auch in den Zahlen. XRP-Spot-ETFs verzeichneten am 9. Juni kombinierte Nettozuflüsse von rund 7,44 Millionen Dollar. Den größten Anteil davon — knapp 5 Millionen Dollar — zog der Bitwise XRP ETF an. Seit dem Launch summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse auf 1,43 Milliarden Dollar.
Parallel dazu lancierte die CME Group neue Krypto-Index-Futures auf Basis des Nasdaq CME Crypto Index. Handel läuft seit dem 8. Juni. Das Produkt bündelt acht große Kryptowährungen in einem einzigen, bar abgerechneten Kontrakt — XRP ist dabei. Institutionelle Investoren erhalten damit einen regulierten Zugang zum Segment, ohne die Coins direkt halten zu müssen.
Kurs im Widerspruch zur Fundamentalentwicklung
Der Markt sieht das anders. XRP verlor allein in den vergangenen 30 Tagen fast 25 Prozent und liegt seit Jahresbeginn rund 41 Prozent im Minus. Der RSI von 29 signalisiert überverkaufte Bedingungen. On-Chain-Daten zeigen eine ausgeprägte Kapitulationsphase: Das 90-Tage-Verhältnis realisierter Gewinne zu Verlusten liegt bei 0,38 — Anleger realisieren derzeit deutlich mehr Verluste als Gewinne.
Das Netzwerk selbst entwickelt sich weiter. Am 15. Juni soll das XRPL-Upgrade auf Version 3.2.0 folgen. Die Kernsoftware wird von „rippled“ in „xrpld“ umbenannt, der Speicherbedarf der Nodes sinkt um 30 bis 40 Prozent. Mehr Effizienz, mehr Durchsatz — beides braucht das Netzwerk für die RWA-Tokenisierungsprojekte, die Institutionen gerade pilotieren. Ob der Kurs auf diese Kombination aus technischen und institutionellen Fortschritten reagiert, hängt davon ab, wie schnell die Kapitulationsphase endet.
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