XRP notiert am Dienstag bei 1,40 Dollar und gibt damit auf Tagessicht 1,6 Prozent ab. Die Kryptowährung ist unter eine als kritisch geltende Unterstützungszone gerutscht, während der breitere Kryptomarkt insgesamt schwächelt – Bitcoin fiel in Richtung 78.200 Dollar.
Trotz des Rückschlags am heutigen Tag steht für XRP über die vergangenen 30 Tage ein Plus von 35 Prozent, der Kurs liegt damit rund 17 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,19 Dollar. Seit Jahresbeginn bleibt allerdings ein Minus von 24 Prozent.
Support-Zone unter Druck
Mehrere Marktbeobachter verweisen auf die Zone zwischen 1,31 und 1,38 Dollar als entscheidenden Haltepunkt. Der Analyst Ali Martinez beziffert das dort akkumulierte Volumen auf 4,8 Milliarden XRP und sieht in der Marke damit eine robuste Verteidigungslinie.
Untermauert wird diese Einschätzung durch Bewegungen auf der Angebotsseite: Die XRP-Bestände auf der Handelsplattform Binance sind seit November 2025 um rund 500 Millionen Token auf etwa 2,6 Milliarden gefallen – ein Rückgang, der laut mehreren Analysten auf zunehmende Akkumulation außerhalb der Börsen hindeutet.
Auf der technischen Seite richtet sich der Blick auf einen möglichen Ausbruch. Der Analyst Ali Martinez beschreibt ein seit Jahren bestehendes aufsteigendes Dreiecksmuster, dessen Überwindung der Marke von 3,66 Dollar theoretisch ein Ziel von 60 Dollar aktivieren könnte – ein Szenario mit deutlich spekulativem Charakter.
Kurzfristiger gilt Widerstand bei 1,47 bis 1,53 Dollar als nächste Hürde; ein Ausbruch darüber würde laut mehreren Chartanalysten den Weg zu 1,80 bis 2,30 Dollar öffnen.
Auf der Ledger-Ebene sorgt zudem das sogenannte BatchV1_1-Amendment für Gesprächsstoff: Es bündelt bis zu acht Transaktionen und wird derzeit von 24 der 35 Validatoren unterstützt, also rund 68,6 Prozent – für eine Aktivierung wären mehr als 80 Prozent über 14 Tage nötig.
ETF-Zuflüsse verlangsamen sich, CLARITY Act als Katalysator
Die Nachfrage über Spot-XRP-ETFs in den USA hat sich zuletzt abgekühlt. In der Woche bis zum 4. September flossen netto 18,96 Millionen Dollar in die Produkte – deutlich weniger als die 110,49 Millionen Dollar der Vorwoche. Der Bitwise XRP ETF knackte dennoch neun Monate nach seinem Start die Marke von 500 Millionen Dollar an verwaltetem Vermögen und hält inzwischen fast 364,8 Millionen XRP.
Die entscheidende Weichenstellung für die kommenden Wochen dürfte jedoch aus Washington kommen. Der US-Senat hat für den 15. September eine Verfahrensabstimmung über den CLARITY Act angesetzt, für die 60 Stimmen nötig sind.
Das Gesetz soll klare regulatorische Zuständigkeiten für digitale Vermögenswerte schaffen und der Terminbörsenaufsicht CFTC die Kontrolle über digitale Rohstoffmärkte übertragen.
Der frühere Staatsanwalt Renato Mariotti äußerte nach Gesprächen mit Gesetzgebern und deren Mitarbeitern jedoch wachsende Zweifel am Ausgang der Abstimmung. Einen Tag später, am 16. September, steht zudem die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank an – zwei Termine, die für Volatilität sorgen dürften.
Auf der Unternehmensseite treibt Ripple die reale Anwendung seiner Technologie voran: Der Zahlungsdienstleister hat mit der University of Florida Athletics einen mehrjährigen Vertrag geschlossen, der optionale Zahlungen in XRP und dem Stablecoin RLUSD bei ausgewählten Ticket- und Merchandise-Käufen ermöglicht sowie das XRP-Logo im Ben Hill Griffin Stadium zeigt.
Das Sponsoring ist bis zu 5 Millionen Dollar pro Jahr wert und ähnelt einer im Juli geschlossenen Vereinbarung mit der University of Kansas. Ripple-CEO Brad Garlinghouse bezeichnete zudem die jüngste Verlagerung von niederländischem Goldbestand im Wert von 11 Milliarden Dollar zwischen New York und London als idealen Anwendungsfall für Kryptowährungen in der Finanzinfrastruktur.
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