XRP: Thunes schaltet US-Zahlungen frei

Ripple expandiert mit Stablecoin RLUSD auf über 40 Blockchains und startet US-Echtzeitzahlungen, während der XRP-Kurs bei 1,17 Dollar auf Talfahrt bleibt.

XRP Aktie
Kurz & knapp:
  • RLUSD auf über 40 Netzwerken aktiv
  • Thunes ermöglicht Sofortzahlungen in USA
  • Fed-Entscheidung über Master-Account verzögert
  • XRP-Kurs fällt auf 1,17 Dollar

Ripple treibt den Ausbau seiner Zahlungsinfrastruktur auf Hochtouren voran. Der Stablecoin RLUSD geht auf Multi-Chain-Tour, ein neuer Partner schaltet Echtzeit-Zahlungen in die USA frei. Gleichzeitig kämpft der XRP-Kurs gegen den Abwärtstrend – 1,17 Dollar, 68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Ein Widerspruch, der Fragen aufwirft.

RLUSD auf Expansionskurs

Am 5. Juni 2026 mintete Ripple 73 Millionen RLUSD-Token. Das unterstreicht den wachsenden Liquiditätsbedarf für den Dollar-Stablecoin. Einen Tag zuvor erreichte RLUSD einen technischen Meilenstein: Der Stablecoin läuft nun auf über 40 Blockchain-Netzwerken. Möglich macht das Wormholes Native Token Transfers (NTT)-Framework. Es erlaubt native Token-Bewegungen ohne die Risiken klassischer Brücken-Lösungen.

Zu den neuen Plattformen zählen Ethereum-Layer-2-Netzwerke wie Base, Optimism, Ink und Unichain sowie die EVM-Seitenkette des XRP Ledger. Das Ziel: Entwicklern und Institutionen konforme Dollar-Liquidität anzubieten – direkt angebunden an den XRPL. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,73 Milliarden Dollar positioniert sich RLUSD als ernstzunehmendes Werkzeug für institutionelle Ein- und Ausstiegswege.

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Thunes schaltet US-Zahlungen frei

Am 3. Juni 2026 startete Ripple-Partner Thunes Echtzeit-Zahlungen in die USA. Über eine direkte Verbindung zu einer US-Großbank wickelt Thunes Auszahlungen per ACH, Same-Day ACH und Echtzeit-Zahlungen (RTP) ab. Unternehmen aus über 140 Ländern können so über eine einzige API Werte sofort in die USA schicken. Ein klares Signal: Die Ripple-Technologie dringt in hochvolumige Korridore vor.

Fed-Entscheidung vertagt – Warren legt nach

Die regulatorische Flanke bleibt angespannt. Ripple bewirbt sich um ein Federal-Reserve-Master-Account – die Eintrittskarte zu den Abwicklungssystemen der US-Notenbank. Doch die Entscheidung verzögert sich. Die Fed hat die regionalen Reserve-Banken gebeten, bis Dezember 2026 keine neuen Tier-3-Master-Account-Entscheidungen zu treffen. Marktbeobachter rechnen nun mit einer Entscheidung Ende 2026 oder 2027.

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Hinzu kommt politischer Gegenwind. Senatorin Elizabeth Warren reichte über 40 Änderungsanträge zum Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act) ein. Einige zielen direkt darauf ab, Krypto-Unternehmen den Zugang zu Fed-Master-Accounts zu verwehren. Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, würde die CFTC zwar primärer Regulierer für Assets wie XRP. Warrens Amendments könnten aber genau die zentrale Bankanbindung blockieren, die Ripple braucht.

Escrow-Freigabe und Marktversorgung

Routine auf dem XRP-Ledger: Am 1. Juni 2026 schaltete Ripple die monatliche Escrow-Freigabe frei – 1 Milliarde XRP. Damaliger Wert: rund 1,33 Milliarden Dollar. Ein Teil der Token wird wie üblich in neue Escrow-Verträge zurückgeführt, um den Markt zu stabilisieren. Derzeit sind rund 61,85 Milliarden XRP im Umlauf, 38,15 Milliarden bleiben in der Treuhand.

Derweil notiert XRP bei 1,17 Dollar – 37,8 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, 47 Prozent unter dem Niveau vor zwölf Monaten. Der RSI von 23 signalisiert eine starke Überverkauftheit. Ob die technische Gegenbewegung kommt, hängt auch davon ab, wie sich die regulatorischen Karten in den kommenden Monaten neu mischen. Die Fed-Entscheidung und das Schicksal des CLARITY Act bleiben die entscheidenden Wegmarken.

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