CEO Sridhar verteidigt Ausblick und Lieferkette

Der Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy hält trotz Unruhe um wichtige Großprojekte an seinen operativen Zielen fest. Vorstandschef KR Sridhar bekräftigte gestern im Gespräch mit Bloomberg TV die offizielle Unternehmensprognose für dieses und das kommende Jahr. Das Unternehmen werde seine Fertigungsschritte auch in Zukunft eng an der tatsächlichen Kundennachfrage ausrichten.

Auslöser der jüngsten Nervosität waren Berichte über zeitliche Verschiebungen bei großen Rechenzentrumsvorhaben. Sridhar trat diesen Befürchtungen im Fernsehinterview entgegen. Er bezeichnete die konzerneigenen Brennstoffzelleneinheiten als flexibel austauschbar. Sollten bei einzelnen Projekten Verzögerungen auftreten, ließen sich bereits versandte Module an andere Standorte umleiten.

Zahlungsaufschub statt Ausstieg bei Großprojekt

Im Mittelpunkt der Diskussion steht das Vorhaben Project Jupiter im US-Bundesstaat New Mexico. Der geplante Campus für künstliche Intelligenz weist ein Gesamtvolumen von 165 Milliarden US-Dollar auf. Die Anlage soll 2028 starten und könnte bis zu 2,45 Gigawatt an Bloom-Kapazität nutzen.

Oracle berief sich für das Großprojekt auf eine Klausel wegen höherer Gewalt. Laut einem Bericht von Bloomberg beabsichtigt der Softwarekonzern jedoch keineswegs einen Ausstieg. Vielmehr sollen Zahlungsverpflichtungen bei Bauverzögerungen vorübergehend aufgeschoben werden. Für Bloom Energy mindert dieser Schritt nach Unternehmensangaben nicht die langfristige Auslastung.

Rückenwind für das Unternehmen kommt auch von der Analystenseite. Die britische Bank Barclays stufte die Aktie von Bloom Energy unverändert mit Equal Weight ein. Gleichzeitig hoben die Experten ihr Kursziel für das Papier von 276 auf 308 US-Dollar an.

Netzengpässe stützen Nachfrage nach Vor-Ort-Strom

Grundsätzlich profitieren Anbieter alternativer Stromlösungen vom wachsenden Energiebedarf moderner Rechenzentren. Projektentwickler sehen sich bei regionalen Netzbetreibern zunehmend mit langwierigen Wartezeiten und strengeren Konditionen konfrontiert.

Eigene Erzeugungskapazitäten direkt am jeweiligen Standort gewinnen dadurch an Attraktivität. Zugleich sorgten schwankende Renditen von US-Staatsanleihen und veränderte Analystenstimmen für eine spürbar volatile Handelswoche unter den Branchenwerten.

An den Börsen hinterließen die Nachrichten deutliche Spuren. Die Aktie von Bloom Energy beendete den Handel gestern bei 247,00 Euro. Das entsprach einem Tagesplus von 1,0 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 229 Prozent.