Steigende Ölpreise treffen auf eine nervöse Wolfram-Beteiligung. Bei der Deutsche Rohstoff AG ringen zwei gegensätzliche Kräfte um die Kursrichtung. In der wallstreetONLINE-Community entspinnt sich deshalb eine intensive Debatte: Treibt der Ölmarkt die Aktie – oder dominiert längst die Beteiligung an Almonty Industries?

Zwei Lager, ein Aktienkurs

Ein Lager sieht die Deutsche Rohstoff AG vor allem als Profiteur der Öl-Rally. Das andere Lager fürchtet, dass die Kursausschläge bei Almonty Industries den eigentlichen Wert überlagern. Genau dieser Konflikt bestimmt aktuell die Diskussion unter den Anlegern.

Ölpreis als Rückenwind

Für die Optimisten zählt vor allem die Bewertung. Das Vorjahres-KGV liegt bei 5,82, bei einer Marktkapitalisierung von 363,09 Millionen Euro. Viele Nutzer halten das für günstig, gerade falls die Ölpreise weiter steigen.

Schon der aktuelle Ölpreis sichert aus ihrer Sicht die Profitabilität der Gesellschaft ab. Zusätzliche Preissteigerungen wirken dann wie ein Hebel auf Cashflow und Gewinn. Neue Bohrungen in den USA gehen seit Anfang Juli in Produktion und sollen die Fördermenge erhöhen.

Mehrere Nutzer verweisen zudem auf die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt nach ihrer Einschätzung große Teile der regionalen Öl- und Produktströme.

Almonty sorgt für Nervosität

Die Gegenseite verweist auf das US-Listing von Almonty Industries. Dort ist das Short-Interesse zuletzt kräftig gestiegen. Zum 15. Juni standen 8.885.144 Aktien auf der Short-Seite, ein Plus von 115,4 Prozent gegenüber Ende Mai. Aktuell sind 3,1 Prozent der Almonty-Aktien leerverkauft.

Das beweist keine bevorstehende Kurskorrektur. Es zeigt aber, dass mehr Marktteilnehmer auf eine Überbewertung oder operative Enttäuschungen setzen.

Hinzu kommt ein Finanzierungsschritt. Almonty hat eine überzeichnete Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit 2031 bepreist. Die Almonty-Aktie brach am entsprechenden Handelstag um mehr als 21 Prozent ein.

Solche Kapitalmaßnahmen verwässern später oft die Altaktionäre. Diese Mittel stärken zugleich die Finanzausstattung für den Ausbau des Sangdong-Projekts. Über die Beteiligung überträgt sich diese Unsicherheit teilweise auf den Kurs der Deutsche Rohstoff AG.

Chartbild zeigt Korrektur trotz Jahresplus

Charttechnisch bleibt die Aktie angeschlagen. Der Titel notiert 35,40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 117,80 Euro vom 5. Juni. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von 55,46 Prozent zu Buche.

Der Verkaufsdruck ist hoch, eine überverkaufte Lage aber noch nicht erreicht. Die Schwankungsbreite der Aktie bleibt insgesamt außergewöhnlich groß.

Die kommende Handelswoche entscheidet, welche Kraft sich durchsetzt. Hält die Ölpreis-Rally an, dürfte das die Aktie stützen. Beruhigt sich dagegen die Lage bei Almonty nicht, bleibt der Kurs anfällig für weitere Ausschläge.