Fuelcell Energy setzt alles auf eine Karte. Das Unternehmen richtet sein Geschäft konsequent auf den Energiehunger von KI-Rechenzentren aus. Während der Kurs kurzfristig nachgibt, wächst im Hintergrund eine gewaltige Auftragspipeline heran.

Gigantische Pipeline durch KI-Boom

Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 liefern ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 35,6 Millionen US-Dollar. Im gleichen Schritt wuchs die Vertriebspipeline jedoch massiv an.

Das Volumen dieser Pipeline erreichte zuletzt vier Gigawatt. Rund 89 Prozent dieser Nachfrage entfallen auf den hohen Strombedarf von KI-Rechenzentren. Um diesen Markt zu bedienen, plant das Management hohe Investitionen.

Zwischen 200 und 275 Millionen US-Dollar fließen in den Ausbau des Produktionsstandorts in Torrington. Dort sollen künftig standardisierte Brennstoffzellen-Blöcke mit einer Leistung von 12,5 Megawatt vom Band laufen. Das Ziel ist eine jährliche Kapazität von 500 Megawatt.

Hohe Verluste und frisches Kapital

Der Ausbau der Kapazitäten kostet viel Geld. Fuelcell Energy verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 77,6 Millionen US-Dollar. Eine Sonderabschreibung auf das Groton-Projekt in Höhe von 42,6 Millionen US-Dollar belastete das Ergebnis zusätzlich.

Die Liquidität scheint vorerst gesichert. Durch Kapitalerhöhungen flossen dem Unternehmen insgesamt rund 153 Millionen US-Dollar zu. Diese Mittel sind für die Skalierung der neuen Produktlinien vorgesehen.

Analysten zwischen Euphorie und Skepsis

An der Börse herrscht derzeit Zurückhaltung. Die Aktie verlor am Freitag 3,43 Prozent und schloss bei 14,80 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein sattes Plus von 171 Prozent zu Buche.

Die Meinungen der Experten gehen weit auseinander. Canaccord Genuity sieht das Kursziel bei 30 US-Dollar und empfiehlt den Kauf. Die Analysten setzen auf den Erfolg der anstehenden Rechenzentrums-Deals. Andere Häuser wie Jefferies oder TD Cowen bleiben vorsichtig. Der Marktdurchschnitt stuft das Papier mit einem Ziel von 16,20 US-Dollar als Halteposition ein.

Die Transformation zum KI-Energielieferanten ist eingeleitet. Ob die massiven Investitionen in Torrington Früchte tragen, hängt nun von der Umsetzung der Großprojekte ab. Anleger blicken gespannt auf die kommenden Auftragsbestätigungen aus dem Tech-Sektor.