FuelCell Energy setzt bei geplanten Rechenzentrumsprojekten auf die Mitsprache der betroffenen Gemeinden. CEO Jason Few erklärte gestern laut Bloomberg, solche Vorhaben sollten nach ihren tatsächlichen Auswirkungen beurteilt werden. Für Anleger rückt damit die Umsetzung der Rechenzentrumspläne in den Vordergrund: Am Beispiel Newport Township treffen lokale Bedenken auf einen Liefervertrag mit umfangreichen optionalen Bestandteilen.
Lokale Zustimmung als wichtiger Faktor
Few sprach über Sorgen wegen höherer Stromrechnungen, Wasserverbrauch und fossiler Infrastruktur. Projekte sollten nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil sie Rechenzentren dienen. Bei dem geplanten Vorhaben in Newport Township in Pennsylvania würde FuelCell Energy Strom liefern, aber nicht selbst als Entwickler auftreten.
Wie konkret die Vorbehalte sind, zeigte eine Anhörung am Mittwoch. Hunderte Einwohner und Amtsträger nahmen daran teil. Anwohner fragten insbesondere nach möglichen Auswirkungen auf ihr Brunnenwasser. Eine Garantie dafür, dass Beeinträchtigungen ausbleiben, konnte nicht gegeben werden.
Fit Energy hatte das Projekt am 6. Oktober auf ehemaligem Bergbau- und Steinbruchgelände angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt waren die technische Planung, Genehmigungen und eine Vereinbarung über Vorteile für die Gemeinde noch in Arbeit. Die Zonierung für Rechenzentren und Energieanlagen hatte die Gemeinde bereits im August 2026 genehmigt.
Diese Genehmigung ist damit nicht gleichbedeutend mit einer vollständig abgeschlossenen Projektvorbereitung. Vorgesehen ist eine Versorgung durch Brennstoffzellen und Netzstrom. Ausrüstung und Versorgungsvereinbarungen waren noch offen.
Vertragsvolumen ist nicht vollständig verbindlich
Der separate Vertrag zwischen Fit Energy und FuelCell Energy umfasst bis zu 380 MW. Davon sind 30 MW verbindlich vereinbart, weitere 350 MW bleiben optional.
Für die zusätzlichen Phasen besteht vor deren Auswahl keine Zahlungsverpflichtung. Zudem ist nicht festgelegt, welcher Anteil des Vertrags auf Newport entfällt. Das maximale Vertragsvolumen lässt sich deshalb nicht mit einem bereits gesicherten Lieferumfang für diesen Standort gleichsetzen.
Die Lieferung der ersten verbindlichen Tranche sollte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 beginnen. Dieser Termin beschreibt die vorgesehene Umsetzung des Vertrags, bestätigt aber weder den Lieferbeginn noch eine konkrete Zuteilung nach Newport.
Klage richtet Blick auf Fertigung und Kosten
Parallel steht die Kommunikation zum Fit-Energy-Vertrag im Mittelpunkt einer bereits anhängigen Sammelklage. Hagens Berman erinnerte gestern an die Frist am 10.11.2026 zur Beantragung der Hauptklägerrolle.
Die Kläger werfen FuelCell Energy und bestimmten Führungskräften irreführende Angaben zu Fertigungskapazität, Produktionskosten und dem Vertrag vor. Die Vorwürfe sind nicht gerichtlich festgestellt; eine Klägerklasse ist noch nicht zertifiziert.
Nach Darstellung der Klage meldete FuelCell Energy für das dritte Quartal 2026 einen Nettoverlust von 45,3 Mio. US-Dollar. Hinzu kamen Belastungen von 17 Mio. US-Dollar für Phase 0 des Fit-Energy-Vertrags.
Für die Bewertung der Rechenzentrumspläne zählt somit nicht allein deren angekündigte Größe. Entscheidend sind verbindliche Abrufe, die konkrete Projektzuordnung und eine tragfähige Fertigung. Fews Plädoyer für kommunale Mitsprache adressiert dabei eine zusätzliche Voraussetzung: Die geplanten Anlagen müssen sich auch vor Ort durchsetzen.
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